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Nach 30 Jahren Warten wird der Boris-Trajkovski-Boulevard endlich erweitert: 2 Millionen Euro für etwas, das vor zwei Jahrzehnten hätte gemacht werden sollen

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Auf dem Boris-Trajkovski-Boulevard stehen wieder Bagger. Nach 30 Jahren Unterbrechungen, verschobenen Investitionen, ungelösten eigentumsrechtlichen Fragen und Managementinkompetenz tritt das Projekt endlich in seine Endphase. Das heißt: Ein Teil von Skopje - der, der Dračevo, Zelenikovo und Studeničani mit dem Zentrum verbindet - wird bis Ende 2026 wahrscheinlich eine vierspurige Straße haben.

Die Zahl, die alle Argumente zusammenhält, sind 100.000 Einwohner. So viele Menschen sind jeden Tag auf diesen Boulevard angewiesen - zur Arbeit, zur Schule, in medizinische Einrichtungen. Bis jetzt war „Boulevard" rein rhetorisch - sie leben auf einer zweispurigen Straße mit Schlaglöchern, überfluteten Gräben und Infrastruktur, die seit den 1990ern nicht erneuert wurde. Das ist Sabotage menschlicher Zeit im Namen aufgeschobener politischer Deals.

Bürgermeister Orce Đorđievski sprach offen: Der Boulevard sei „blockiert, vergessen und in echtes Leid für Tausende Bürger verwandelt" worden. Das ist die Rhetorik eines Mannes, der Bürgermeister wird und feststellt, dass seine Vorgänger, vor allem Koce Trajanovski, ein Projekt begonnen haben, das unvollendet blieb. Eine Geschichte über politische Erbschaften, die hin- und hergereicht werden, ohne dass sie jemand abschließt.

Die laufenden Abschlussarbeiten umfassen rund 1 Kilometer, mit 88% der Trasse bereits ausgehoben. Die verbleibenden technischen Hindernisse sollen in den nächsten 10 Tagen beseitigt werden. Die Investition für diese Phase liegt bei rund 2 Millionen Euro. Nach Fertigstellung wird es vier Fahrspuren, Geh- und Radwege sowie ein neues Regenwasserableitungssystem geben - mit anderen Worten: Infrastruktur, die Überschwemmungen bei stärkerem Regen verhindern wird. Das ist kein Luxus, das ist eine Basisinvestition, die vor zwei Jahrzehnten hätte gemacht werden sollen.

Die Frage an die Leser: Wie viele Jahre muss eine Infrastrukturlösung in Skopje warten, bevor sie echten Fortschritt sieht? Dieser Boulevard - 30 Jahre. Die Vodno-Seilbahn - 60 Jahre ohne ernsthafte Wartung. Kanalisation in den Randgemeinden - oft nie. Das ist nicht die Ironie der Stadt, das ist ihr Ruf. Und jede neue Verwaltung verspricht, die „Wende" zu sein, und jede nächste erbt dasselbe halb gespielte Arsenal. Dračevo bekommt jetzt einen Boulevard. Die Frage ist, welcher andere Teil von Skopje weitere 30 Jahre wartet.