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Boulevard Boris Trajkovski zu 88 Prozent fertig - Gjorgjievski verspricht Eröffnung vor Jahresende

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Der Skopjer Boulevard „Boris Trajkovski” tritt angeblich in die Endphase. Der Bürgermeister der Gemeinde Kisela Voda, Orce Gjorgjievski, erklärte, die Arbeiten liefen in einem Tempo, das die Fertigstellung noch vor Ende 2026 ermöglichen würde - bei einem soliden Volumen von 2 Millionen Euro.

Für über 100.000 Einwohner von Dračevo, Studeničani und den umliegenden Orten ist das Infrastruktur, auf die 30 Jahre lang gewartet wurde. Derzeit bedeutet die Anfahrt nach Skopje über diesen Knotenpunkt regelmäßige schwere Staus, enge Straßen ohne separate Spuren für Räder oder Fußgänger und ständiges Warten an unkoordinierten Ampeln. Der neue Boulevard soll all das lösen.

Was bekommen wir konkret? Laut Plan: eine neue Regenwasserkanalisation mit Rohren von 300 bis 800 Millimeter Durchmesser, Geh- und Radwege und eine vierspurige Straße mit allen modernen Sicherheitsmaßnahmen. Die Arbeiten sind zu rund 88 Prozent abgeschlossen, die restlichen 12 Prozent betreffen drei bis vier Bauwerke, die in den nächsten 10 Tagen fertig sein sollen.

Wie bei jeder mazedonischen Infrastrukturgeschichte ist Skepsis angebracht. Fristen, die vor Wahlen oder Feiertagen versprochen werden, haben die Tendenz, sich danach zu verlängern. Die Qualität der fertigen Arbeit ist oft fragwürdig - die Auftragnehmer, die Ausschreibungen gewinnen, wissen, dass Nachkontrollen selten sind.

Parallel wird auch an Momin Potok und an der Brücke an der Ljubljanska gearbeitet. Das sind zwei Punkte, die dieses Jahr den Verkehr in Skopje ins Chaos stürzten - sobald der eine öffnete, schloss der andere. Die Koordination zwischen den Projekten war eher ad hoc als geplant, was zeigt, dass die Stadt Skopje noch immer keinen systematischen Ansatz beim Management urbaner Infrastruktur hat.

Für die 100.000 Bürger aus Dračevo und Umgebung gibt es nichts Wichtigeres als einen schnellen und zuverlässigen Zugang zur Hauptstadt. Wenn Gjorgjievski seine Versprechen einhält, wird das eine große Leistung sein. Erlebt das Projekt eine „Budgeterweiterung” oder „neu entdeckte technische Hindernisse”, wie bei vielen Skopjer Projekten, wird es die alte mazedonische Geschichte sein - Infrastrukturinvestitionen, die nie dort enden, wo sie begonnen haben.