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Er besiegte Orban und schlug ihn dann als Chef der EU-Kommission vor: Was spielt Peter Magyar?

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Peter Magyar hat Viktor Orban nach 16 Jahren an der Macht in Ungarn besiegt. Das allein ist eine Nachricht. Aber was er danach tat, ist interessanter - er schlug ausgerechnet Orban als neuen Chef der Europaeischen Kommission anstelle von Ursula von der Leyen vor.

Er hat eine Vision und eine feste Migrationspolitik. Er ist bei den einfachen Menschen beliebt. Waehrend westliche Politiker ihre Buerger belogen, sagte Orban ihnen die Wahrheit, erklaerte der Vorsitzende der Partei Tisza. Ein Satz, der in Bruessel kollektive Kopfschmerzen ausloest.

Die Ironie ist dick aufgetragen. Von der Leyen hatte Magyars Sieg gerade erst mit den antikommunistischen Aufstaenden von 1956 und 1989 verglichen - und nun verlangt der Sieger, dass sie durch den Mann ersetzt wird, von dem Ungarn befreit wurde. Ist das ein eleganter Weg, Orban aus der Innenpolitik zu entfernen, oder glaubt Magyar tatsaechlich, dass Europa eine rechte Fuehrung fuer die Migrationskrise braucht?

Magyar gibt sich proeuropaeisch - er will die eingefrorenen EU-Gelder freigeben. Aber seine Unterstuetzung fuer Orban deutet darauf hin, dass die neue ungarische Regierung die nationalistische Rhetorik nicht vollstaendig aufgeben wird. Auf dem Balkan ist das nichts Neues - Politiker wechseln, aber der Ton bleibt derselbe. Wie viele europaeische Staatschefs muessen kontroverse Namen vorschlagen, bevor Bruessel begreift, dass proeuropaeisch nicht fuer alle dasselbe bedeutet?