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Amerika verlangt eine Entscheidung: China oder die USA - und Kasachstan hat längst mit beiden unterschrieben

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Amerika verlangt eine Entscheidung: China oder die USA - und Kasachstan hat längst mit beiden unterschrieben

Washington bittet nicht mehr um Zusammenarbeit - es verlangt eine Entscheidung. Nach internen Dokumenten des US-Außenministeriums bereiten sich die USA darauf vor, einem Dutzend Staaten mitzuteilen, dass sie nicht in der amerikanischen KI-Koalition sein können, wenn sie gleichzeitig mit Peking unterschreiben. Eine Mitgliedschaft, eine Seite, keine doppelte Buchführung.

Die Initiative heißt Pax Silica und wurde Ende 2025 gestartet. Ziel ist die Sicherung der Lieferketten für künstliche Intelligenz, Halbleiter und kritische Mineralien - also die Chips, aber auch die Erze, ohne die es keine Chips gibt. Bislang haben sich rund zwei Dutzend Staaten angeschlossen, darunter Japan, Australien und Südkorea.

Das Problem hat einen Namen: Kasachstan. Im Juni beigetreten, danach auch beim chinesischen Rahmenwerk unterschrieben - der einzige Staat, von dem bekannt ist, dass er in beiden ist. Genau dieser Fall habe die Administration alarmiert, sagen amerikanische Quellen. Kein Zufall, dass es um einen Staat mit kritischen Mineralien geht: Wer ein Bergwerk hat, glaubt meist auch, das Recht zu haben, mit beiden Seiten zu verhandeln.

„Teil von allem zu sein heißt, Teil von nichts zu sein"

Die Formulierung im Entwurf des Schreibens ist fast lehrbuchhaft: Die Unterzeichnung der Pax-Silica-Erklärung ist kein Mitgliedsabonnement, sondern eine Verpflichtung - und sie ist nicht vereinbar mit der Mitgliedschaft in Initiativen, deren Erwartungen den amerikanischen widersprechen. Ein US-Beamter sagte es noch schärfer: Es ist unmöglich, sich glaubwürdig als verlässlicher Partner in einem Technologie-Ökosystem darzustellen und gleichzeitig auf das konkurrierende zuzugreifen.

Auf der anderen Seite startete Xi Jinping im Juli seine eigene „Weltorganisation für Zusammenarbeit bei künstlicher Intelligenz". Die chinesische Botschaft in Washington antwortete knapp: Die Politisierung von Technologiegesprächen werde den globalen KI-Fortschritt nur verlangsamen. Aus Peking klingt das bescheiden, doch auch dort baut man einen Klub mit Eintrittskarte.

Beide Blöcke tun also dasselbe und werfen es einander vor. Und die kleinen Staaten stehen wieder am bekannten Ort - dort, wo die Großen erklären, die Wahl sei frei, und dann aufzählen, was man verliert, wenn man falsch wählt. Der Balkan kennt diese Szene auswendig, aus jedem Kapitel, in dem erst etwas unterschrieben werden muss, bevor es etwas gibt.

Die Frage, die selten laut gestellt wird: Was bekommt der Staat, der unterschreibt? Aus solchen Klubs weiß man bisher vor allem, was geschuldet wird, und am wenigsten, was gegeben wird. Ob Pax Silica anders ist, wird sich daran zeigen, ob Kasachstan ausgeschlossen wird - oder ob sich eine Ausnahme findet.