Skip to content

Die Donau trocknete aus und legte die ukrainischen Exporte lahm: Getreide lässt sich anbauen, nur nicht lagern

1 Min. Lesezeit
Teilen
Die Donau trocknete aus und legte die ukrainischen Exporte lahm: Getreide lässt sich anbauen, nur nicht lagern

Die Donau ist so weit gefallen, dass sie genau dort nicht mehr voll schiffbar ist, wo sie es am dringendsten sein müsste. Für die Ukraine, die den Getreideexport nach russischen Angriffen auf die Schwarzmeerhäfen eben auf die Flussrouten umgeleitet hat, ist das keine Wetterunannehmlichkeit - es ist eine geschlossene Tür.

Juni und Juli brachten einen Rekord, den niemand wollte. Laut Daten von Copernicus erreichte die Durchschnittstemperatur in Westeuropa in diesen zwei Monaten 21,62 Grad, höher als der bisherige Rekord von 2022, und die Bodenfeuchte lag deutlich niedriger als damals. In Rumänien traf der fallende Fluss nicht nur die Schifffahrt - er senkte auch die Stromproduktion.

Die Zahlen, die den echten Schaden zeigen

Die Agrarexporte der Ukraine könnten 2026-2027 um 54 Prozent auf 29,6 Millionen Tonnen fallen. Der Weizenexport um 53 Prozent auf 8,3 Millionen Tonnen. Bis Anfang November könnten rund 59 Millionen Tonnen Getreide in den Lagern liegen, der Mangel an Lagerkapazität wird auf rund 11 Millionen Tonnen geschätzt. Das heißt: Getreide, für das es physisch keinen Platz gibt.

Kiew sucht den Ausweg über das rumänische Constanța und neue Bahnstrecken und hat die Europäische Kommission um 220 Millionen Euro zur Zinssubvention für kleine und mittlere Landwirte gebeten. Das sind die Zahlen eines Staates, der im Laufen improvisiert, weil er keine andere Wahl hat.

Bemerkenswert an der ganzen Geschichte ist, wie wenig sie mit Militärstrategie zu tun hat. Kein Generalstab hat die Dürre eingeplant. Der Fluss fiel einfach trocken und tat damit mehr für die Blockade der ukrainischen Exporte als jeder Konvoi. Das Klima ergreift keine Partei - es öffnet und schließt nur Türen, und dann nutzt jemand die Lage.

Die Donau ist kein ukrainischer Fluss. Sie fließt durch Serbien, durch Rumänien, durch Bulgarien, und wenn sie fällt, fällt sie für alle zugleich. Sommer, die früher beginnen und länger dauern, sind keine Prognose für einen anderen Kontinent. Glauben wir wirklich, das bleibt für immer eine Nachricht aus einem anderen Land?