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Peking verteidigt Moskau im Kurilen-Streit: Japan solle die Ergebnisse des Krieges respektieren

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Peking verteidigt Moskau im Kurilen-Streit: Japan solle die Ergebnisse des Krieges respektieren

China hat Japan aufgefordert, die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete internationale Ordnung zu respektieren. Anlass ist der Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf der Insel Iturup im Kurilen-Archipel - einem Gebiet, das Tokio für sein eigenes hält und wegen dessen Japan offiziell Protest einlegte.

„China besteht darauf, dass Japan die Ergebnisse des Sieges im antifaschistischen Krieg respektiert”, teilte das chinesische Außenministerium mit. Die Formulierung ist sorgfältig gewählt: Es wird nicht darüber gestritten, wer Anspruch auf die Inseln hat, sondern daran erinnert, wer den Krieg verloren hat.

Ein achtzig Jahre alter Streit, ausgerechnet jetzt hervorgeholt

Die Kurilen gehören zu den ältesten ungelösten Territorialstreitigkeiten der Welt - ihretwegen haben Russland und Japan formal nicht einmal einen Friedensvertrag aus dem Zweiten Weltkrieg. Tokio erklärt, die Inseln gehörten historisch zu Japan. Moskau redet nicht darüber. Nichts davon ist neu.

Neu ist, wer sich zu Wort meldet. Peking hat sich öffentlich hinter die russische Position gestellt, und die russischen Vertreter Maria Sacharowa und Dmitri Medwedew bewerteten die japanischen Äußerungen als „politisch irrelevant, beleidigend und rechtlich nichtig”. Wenn China und Russland synchron dieselbe historische Karte gegen Japan ziehen, geht es längst nicht mehr um ein paar Felsen im Pazifik.

Historische Argumentation ist gerade deshalb die bequemste Waffe der Diplomatie, weil sie kein Verfallsdatum hat. Jeder Streit lässt sich bei Bedarf wiederbeleben, und niemand kann ihn mit Fakten schließen - denn die Fakten sind achtzig Jahre alt, und jede Seite hat ihre eigenen.

Kommt uns das bekannt vor? Auf dem Balkan ist Geschichte selten eine Sache für Historiker. Sie ist ein Reserveargument, das in der Schublade liegt und hervorgeholt wird, wenn der aktuellen Politik nichts Stärkeres bleibt.