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Positano: das vertikale Dorf, das den Mächtigen seit Jahrzehnten Ruhe verkauft und seinen Preis dennoch wert ist

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Positano: das vertikale Dorf, das den Mächtigen seit Jahrzehnten Ruhe verkauft und seinen Preis dennoch wert ist

Es gibt Orte, die den Reichen seit Jahrzehnten Ruhe verkaufen und dennoch aussehen, als änderten sie sich überhaupt nicht. Positano ist genau so ein Ort - ein vertikales Dorf, an einen Felsen über dem Tyrrhenischen Meer geklebt, wo Häuser in Eiscremefarben wie ein gefrorener Wasserfall zum Wasser hinabstürzen.

Positano liegt in der Region Kampanien, an der Amalfiküste, die die UNESCO als Welterbe schützt. Der Weg dorthin windet sich an Felsen und Buchten entlang, und jede Kurve enthüllt ein neues Panorama. Es ist ein Ort, der sich etwas vom Glamour der fünfziger und sechziger Jahre bewahrt hat, als Schriftsteller, Künstler und Filmstars ihn als ihren stillen Rückzugsort wählten.

Das Leben fließt hier langsam, fast absichtlich langsam. Der Hauptstrand, Spiaggia Grande, ist das gesellige Herz des Ortes mit seinen unverkennbaren gestreiften Liegen. Wer weniger Gedränge will, geht auf dem Küstenpfad zum ruhigeren Fornillo oder nimmt ein kleines Boot zum versteckten Laurito.

Zwischen den engen gepflasterten Gassen verbergen sich Boutiquen mit der sogenannten „Moda Positano” - weißes Leinen und zarte Spitze - sowie Werkstätten für handgefertigte Ledersandalen und handbemalte Keramik. Und wenn die Sonne untergeht, nimmt dich ein klassisches Holzboot, ein Gozzo, mit einem Glas Prosecco in der Hand auf eine Kreuzfahrt.

Die Gastronomie reicht von einem Ende zum anderen. La Sponda, im Hotel Le Sirenuse, serviert mediterrane Haute Cuisine im Licht hunderter Kerzen. Auf der anderen Seite ist Da Adolfo eine rustikale Strandhütte, bekannt für gegrillten Mozzarella auf einem Zitronenblatt und Pasta mit Zucchini - ein Ort, wo die Gabel mehr wert ist als der Ausblick, und das ist keine Kleinigkeit.

Für die Übernachtung spricht die Wahl für sich. Le Sirenuse mit seiner roten Fassade und dem Pool über dem Meer ist ein Klassiker für Flitterwochen. Il San Pietro bietet völlige Privatsphäre am Felsen selbst, mit eigenem Strand, den man über einen in den Berg gebohrten Aufzug erreicht. Und das Hotel Poseidon aus dem oberen Teil des Dorfes serviert frische Sfogliatelle zum Frühstück auf einer der schönsten Terrassen der Stadt.

Ist es für jeden erreichbar? Nein, und wir werden nicht so tun, als wäre es das. Positano war schon immer für jene, die es sich leisten können. Doch anders als viele solcher Orte ist es seinen Preis zumindest wert - hier ist Schönheit kein Marketing, sondern Geologie und jahrhundertelange Geduld. Wenn du ohnehin nach Italien reist, lohnt es sich, es mit eigenen Augen zu sehen, sei es nur einmal.