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Oracle entlässt 30.000 Menschen und verweigert Verhandlungen: Rechtliche Schlupflöcher gegen Arbeitnehmer

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Oracle entließ am 31. März Zehntausende per E-Mail, und als eine Gruppe von Mitarbeitern kollektiv über bessere Abfindungen verhandeln wollte, lehnte das Unternehmen es schlicht ab, an den Tisch zu kommen. Die Zahlen sind bekannt, die Brutalität ist neu: zwischen 20.000 und 30.000 Menschen auf der Straße, Abfindungen am Minimum und eine gemischte Politik, die das Bundesgesetz umgehen soll.

Das Standardpaket von Oracle: vier Wochen Basis im ersten Jahr, dazu eine Woche pro weiteres Jahr, gedeckelt bei 26 Wochen. Die COBRA-Krankenversicherung deckt einen Monat. Zum Vergleich: Meta startet bei 16 Wochen und ergänzt zwei Wochen pro Jahr - fünfmal mehr als Oracle beim Einstieg. Microsoft und Cloudflare liegen ebenfalls über Oracle.

Was die Mitarbeiter besonders erzürnt, ist der versteckte Trick. Oracle stufte einen Teil seiner Remote-Mitarbeiter so um, dass sie nicht unter den US-WARN-Act fallen, der bei Massenentlassungen zwei Monate Vorlaufzeit verlangt. Eine Einstufung, die Büroarbeiter schützt, aber Remote-Beschäftigte mit weniger Rechten lässt - auf dem Papier legal, in der Praxis Ausnutzung eines juristischen Schlupflochs.

Ein langjähriger Mitarbeiter verlor 1 Million Dollar in nicht vesteten Aktien - war vier Monate vor dem Vesting. 70 Prozent seiner Gesamtvergütung waren RSU. Als das Unternehmen ihn die Woche vor der Frist entließ, verdampfte dieses Geld einfach. Über 90 Personen unterschrieben eine offene Petition mit der Forderung nach Verhandlungen. Oracle antwortete nicht.

Auf dem Balkan klingt das vertraut. Verträge mit leeren Klauseln für das Ende des Arbeitsverhältnisses, Firmen, die in der Krise abtauchen, wenn sie kündigen müssen, juristische Lücken, die stets gegen den Arbeitnehmer wirken - das ist ein Arbeitstag in diesem Teil der Welt. Nur macht Oracle noch etwas Schlimmeres: Es zeigt allen, dass dasselbe auch amerikanischen Arbeitnehmern passieren kann und dass es keine Konzernethik gibt, solange es keinen Konzernpreis gibt.