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„Puls"-Prozess: 700 Grad, toxische Gase, Zyanid in einigen Leichen - aber der Experte sagt „genauso wie in vielen anderen Bränden"

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Vor dem Institut für Gerichtsmedizin wurden im Verlauf des Prozesses zum Brand in der Diskothek „Puls" in Kočani Details darüber bekannt gegeben, wie genau 59 Opfer ums Leben kamen. Die Sachverständigen bestätigten - toxische Gase, Sauerstoffmangel im Raum und kompressive Asphyxie, mit Temperaturen, die in Spitzenmomenten etwa 700 Grad Celsius erreichten.

In einigen Leichen wurde auch Zyanid nachgewiesen, doch die Experten betonten, es sei kein „dominanter Todesfaktor" gewesen. Was die Menschen tatsächlich tötete, war eine Kombination. Kohlenmonoxid in einem Raum ohne Lüftung. Rauch, der die Lungenstrukturen zerstört. Eine zusammengedrängte Masse Menschen, die in Panik übereinander rollt. Und erstickende Luft, die selbst denen, die den Ausgang erreichen, nicht genug Raum zum Atmen lässt.

„Die Merkmale des Brandes im Puls sind dieselben wie in vielen anderen Bränden in geschlossenen Räumen", sagt der Sachverständige aus - eine Formulierung, die auf einer Ebene technische Wahrheit ist, politisch aber schwer. Denn gerade jenes „dieselben wie viele andere" ist das, was nicht sein darf. Der Brand im Puls war nicht der erste solche Fall in einem geschlossenen Diskothekraum. Und die Frage, die wir bei Metla erneut stellen - was hat das System getan, damit dieser der letzte ist?

Genehmigungen für die Diskothek, Brandschutzkontrollen, Anzahl der Ausgänge, Zustand der Isolierung, nächtliche Kapazität gegenüber erteilten Genehmigungen - all das sind Fragen, die erst nach einer Tragödie gestellt werden. Wie sie nach Kočani gestellt wurden, werden sie auch nach dem nächsten Fall gestellt. Denn das System - überall auf dem Balkan - funktioniert nach demselben Prinzip. Zuerst passiert es, dann wird ermittelt, dann vergessen, dann passiert es wieder. Der Kreis hält nicht.

Für die Familien der Opfer sind diese technischen Details aus dem Prozess nur zusätzlicher Schmerz. Für uns als Gesellschaft sind sie eine Anklage - nicht gegen einen einzelnen Diskothekenbesitzer, sondern gegen alle Institutionen, die solche Ereignisse hätten verhindern sollen. Und gegen Bürger, die weiter Räume ohne Ausgänge, ohne Isolierung, ohne Plan betreten - weil wir diese „Unterhaltungs"-Räume selten überprüfen.