Skip to content

Der „Puls“-Prozess geht weiter: ein verschlossener Ausgang, ein leerer Hydrant und eine Gemeinde zehn Jahre ohne Inspektor

1 Min. Lesezeit
Teilen
Der „Puls“-Prozess geht weiter: ein verschlossener Ausgang, ein leerer Hydrant und eine Gemeinde zehn Jahre ohne Inspektor

Der Prozess um den Brand im Club „Puls“ in Kočani geht weiter, und die Staatsanwaltschaft - ein Team von 15 Anklägern - bringt neue Zeugen und Beweise. Und genau hier, im Gerichtssaal, entscheidet sich das, was für jede von der Tragödie getroffene Familie am wichtigsten ist: ob jemand zur Verantwortung gezogen wird und ob das System, das versagt hat, benannt wird.

Die vorgebrachten Aussagen zeichnen das Bild von Institutionen, die jahrelang weggeschaut haben. Ein Inspektor der Direktion für Schutz und Rettung sagte aus, dass die Ermittlungen nach dem Brand schwere Verstöße aufdeckten - fehlende Feuerlöscher, einen leeren Hydranten und einen verschlossenen Fluchtweg. Noch schwerer: Die Gemeinde Kočani hatte, wie es hieß, über ein Jahrzehnt lang keinen eigenen Inspektor für Schutz und Rettung.

Ein weiterer Zeuge, von einer Sicherheitsfirma, die im Zeitraum vor der Tragödie beauftragt war, beschrieb, wie die interne Kommunikation ablief und welche Anweisungen sie für die Absicherung von Großveranstaltungen erhielten. Die Staatsanwaltschaft legte auch Telefonprotokolle, Unterlagen zur Lizenzierung des Objekts und Videos vor, die die Ankunftszeit der Polizei und das Zünden der Pyrotechnik zeigen.

Jedes dieser Details ist nicht nur eine juristische Tatsache - es ist ein Teil der Antwort auf die Frage, wie es überhaupt möglich war, dass ein Lokal mit verschlossenem Ausgang und leerem Hydranten betrieben wurde. Ein verschlossener Fluchtweg ist keine technische Kleinigkeit; er ist der Unterschied zwischen Leben und Tod, wenn ein Feuer ausbricht. Und zehn Jahre ohne Inspektor in einer Gemeinde sind kein Zufall, sondern ein System, das man verrosten ließ.

Der Prozess läuft noch, und kein Bericht kann das Verlorene zurückbringen. Aber was das Gericht jetzt tun muss, ist klar festzustellen, wer unterschrieben hat, wer nicht geprüft hat und wer zuließ, dass die Regeln nur auf dem Papier existierten. Für die Familien ist das keine Rache - es ist das Minimum an Gerechtigkeit, das ein Staat ihnen schuldet. Und das ist der einzige Grund, warum solche Prozesse bis zum Ende verfolgt werden müssen und nicht vergessen werden dürfen, sobald die Schlagzeilen abkühlen.