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Russland hat sein eigenes Starlink über der Ukraine gestartet: 550 Kilometer Höhe und vier Überflüge pro Tag

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Russland hat sein eigenes Starlink über der Ukraine gestartet: 550 Kilometer Höhe und vier Überflüge pro Tag

Als Elon Musk 2022 Starlink über der Ukraine einschaltete, galt das als technologischer Vorsprung, den niemand kopieren kann. Dreieinhalb Jahre später sagt ein ehemaliger Berater im ukrainischen Präsidialamt in einer Videoansprache, dass Russland eine eigene Version baut - und dass sie über Teilen der Ukraine bereits läuft.

Dieser Ansprache zufolge hat Russland eine Konstellation von 16 Satelliten gestartet, dann eine zweite. Insgesamt einige Dutzend. Zwölf der ersten 16, im März gestartet, erreichten die Arbeitshöhe von 550 Kilometern. Ihre Bahnen führen sie viermal täglich an der Ukraine vorbei.

Die Zahlen sind konkret, und genau deshalb wiegen sie mehr als jede Erklärung. Es geht nicht um die Ankündigung eines Projekts. Laut derselben Quelle hält das System über einzelnen Gebieten bereits eine stabile Satelliten-Internetverbindung - anderthalb bis zwei Stunden. Die Einschätzung geht weiter: Bei diesem Starttempo könnten es Ende 2027 acht bis zwölf Stunden sein.

Wer das sagt, und warum das zählt

Die Quelle ist nicht russisch. Es ist ein Mann auf ukrainischer Seite, der den Vorteil des Gegners als - seine Worte - Faktor beschreibt, der den ukrainischen Streitkräften das Leben ernsthaft erschweren wird. Ein Eingeständnis von dieser Adresse wiegt anders als eine Kreml-Mitteilung. Es bleibt trotzdem eine Ansprache eines Einzelnen, ohne unabhängige Bestätigung dessen, was das System wirklich leistet.

Der Vorbehalt bleibt also berechtigt: Bestätigt sind die Starts und die Höhen. Schätzung bleibt, wie lange die Verbindung 2027 tatsächlich trägt.

Das Muster ist trotzdem bekannt. Technologische Abhängigkeit sieht so lange nach Vorteil aus, bis die andere Seite eigene Kapazität aufbaut. Seit 2022 führt die Ukraine einen Krieg, in dem die Vernetzung auf dem Gefechtsfeld an einem privaten US-Unternehmen und an den Entscheidungen eines einzigen Mannes hing. Schließt Russland diese Lücke, verschwindet der Vorsprung nicht auf einmal - er gleicht sich leise aus.

Für Leser auf dem Balkan steckt hier etwas Vertrauteres als der Krieg selbst. Infrastruktur, die man nutzt, aber nicht besitzt, ist Infrastruktur, die ein anderer abschalten kann. Die Frage ist nicht, ob das Satelliteninternet auch zu uns kommt - es ist längst da. Die Frage ist, wem es gehört und wer entscheidet, wann es funktioniert.