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Eine Drohne traf einen Kühlturm des Kernkraftwerks Kursk: Die IAEA fordert Zurückhaltung - mehr als einen Appell hat sie nicht

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Eine Drohne traf einen Kühlturm des Kernkraftwerks Kursk: Die IAEA fordert Zurückhaltung - mehr als einen Appell hat sie nicht

Eine Drohne hat den Kühlturm eines Reaktorblocks im Kernkraftwerk Kursk in Russland getroffen. Mitgeteilt hat das die Internationale Atomenergiebehörde, was bedeutet: Die Information stammt von keiner der beiden Kriegsparteien.

Der Mitteilung zufolge war der Block zum Zeitpunkt des Einschlags in Betrieb, der Betriebszustand änderte sich nicht, ein Feuer gab es nicht. Mit anderen Worten: Diesmal ist es gut gegangen. Das ist der ganze Unterschied zwischen Nachricht und Katastrophe - und über diesen Unterschied entschied die Flugbahn einer Drohne.

Der Generaldirektor der Behörde, Rafael Grossi, erklärte, sämtliche Angriffe auf Nuklearanlagen seien inakzeptabel, da sie die nukleare Sicherheit gefährden könnten, unabhängig davon, wo sie stattfinden. Die Formulierung „unabhängig davon, wo“ ist keine diplomatische Verzierung - sie ist der einzige Weg, dieselbe Regel sowohl für Saporischschja als auch für Kursk gelten zu lassen, und in diesem Krieg lagen beide Anlagen schon im Visier der jeweils anderen Seite.

Appell statt Mechanismus

Grossi wiederholte auch seinen Aufruf zu größtmöglicher militärischer Zurückhaltung, um das Risiko eines nuklearen Unfalls zu verhindern. Mehr kann die Behörde nicht tun - sie hat weder Soldaten noch Luftabwehr noch das Recht, jemandem das Feuern zu untersagen. Sie hat Inspektoren, Mitteilungen und Appelle. Im dritten Kriegsjahr ist der Appell das schwächste Werkzeug auf dem Tisch - und dennoch das einzige.

Der normale Leser denkt in diesem Moment nicht an Reaktorblöcke, sondern an eine Wolke. Strahlung braucht kein Visum, interessiert sich nicht für den Frontverlauf und wartet auf keine Mitteilung. Europa hat das 1986 gelernt, und seither weiß jede Generation, die mit der Geschichte von Tschernobyl aufwuchs, wie weit ein Problem reist, wenn es einmal losgeht.

Deshalb schreibt man Nachrichten dieser Art in einem trockenen, präzisen Satz und nicht mit einem Ausrufezeichen. Wie oft muss etwas an einem Kühlturm vorbeigehen, bis jemand schlussfolgert, dass Nuklearanlagen aus jedem Zielfernrohr herausgehalten werden müssen? Die Antwort lautet vorerst: noch einmal. Jedes Mal noch einmal.