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Selenskyj wiederholte in Belgrad, was Priština nicht hören wollte: Die Ukraine erkennt Kosovo nicht an

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Selenskyj wiederholte in Belgrad, was Priština nicht hören wollte: Die Ukraine erkennt Kosovo nicht an

Wolodymyr Selenskyj kam erstmals offiziell nach Belgrad, und von allen Themen, die den Besuch prägen konnten, war das lauteste jenes, das Kyjiw unverändert aussprach: Die Ukraine erkennt Kosovo weiterhin nicht an.

„Unsere Position zur Erklärung der Unabhängigkeit des Kosovo bleibt unverändert”, sagte Selenskyj während des Besuchs und fügte hinzu, die Ukraine schätze Länder, die ihre Souveränität und territoriale Integrität respektieren.

Der Satz ist kurz, doch die ganze Logik des Besuchs steckt darin. Kyjiw verlangt von Belgrad nicht, im Krieg Partei zu ergreifen; Belgrad verlangt von Kyjiw nicht, seine Kosovo-Position zu ändern. Beide stützen sich auf dasselbe Prinzip - die Unverletzlichkeit der Grenzen - und genau darum konnten sie an einem Tisch sitzen, ohne dass einer das Gesicht verlieren musste.

Das Treffen fand im Palast Serbien statt, mit festlichem Abendessen und einem unterzeichneten Memorandum über Zusammenarbeit bei Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit. Gesprochen wurde über bilaterale Beziehungen, Wirtschaftskooperation, den europäischen Weg der Ukraine und den Krieg mit Russland.

Kroatische Medien lasen die Szene anders

Die Reaktionen aus Zagreb prägten den serbischen Medienraum am stärksten. Ein kroatisches Portal schrieb, Vučić führe eine eigenständige Politik im Interesse Serbiens und Serbien übernehme die Rolle der stärksten Wirtschaft der Region, mit Aussicht auf ein bald höheres BIP als Kroatien - trotz der EU-Mitgliedschaft Kroatiens.

Ob diese Einschätzung in Zahlen Bestand hat, ist eine ganz andere Frage. Doch dass darüber aus Zagreb geschrieben wird, sagt etwas über die Nervosität - der wirtschaftliche Wettbewerb in der Region läuft nicht mehr entlang der Linie „wir sind in der EU, ihr nicht”.

Aus Priština kamen die Reaktionen erwartbar scharf. Ein Land, das jahrelang internationale Anerkennung aufbaut, kann kaum ruhig bleiben, wenn ein Präsident im Zentrum der Weltaufmerksamkeit öffentlich bestätigt, dass er es nicht anerkennen wird.

Was vom ganzen Besuch bleibt: In einem Moment, in dem alle über Prinzipien reden, werden die Prinzipien erneut selektiv angewandt - nur wirkt die Selektivität diesmal zu Belgrads Gunsten. Wie lange das hält, ist eine Frage, deren Antwort weder in Belgrad noch in Kyjiw geschrieben wird.