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Vučić kündigt Rücktritt vor der Wahl an: neuneinhalb Jahre an der Macht, und das Datum bleibt geheim

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Vučić kündigt Rücktritt vor der Wahl an: neuneinhalb Jahre an der Macht, und das Datum bleibt geheim

Aleksandar Vučić erklärte am Donnerstag, die Wahlen in Serbien könnten in wenigen Tagen oder wenigen Wochen ausgeschrieben werden. Und fügte etwas hinzu, das man von einem Balkan-Politiker selten hört: Vor dem Wahlkampf werde er als Präsident zurücktreten.

Die Begründung klingt fast ideal. „Dann bin ich kein Amtsträger mehr und kann keine staatlichen Ressourcen nutzen, abgesehen von minimalem Personenschutz. Fairer geht es meiner Meinung nach nicht", sagte er vor Journalisten im Palast Serbien, nach einem Empfang für die Teilnehmer des Camps „Serbien ruft dich 2026".

Der Mann verzichtet also freiwillig auf den Apparat. Nur - warum jetzt? Das Gesetz verlangt es nicht, und Vučić räumt das offen ein. Der Rücktritt ist keine Pflicht, sondern eine Geste. Und Gesten auf dem Balkan kommen meist mit einer später beigelegten Rechnung.

Wahlkampf ohne Amt, aber nicht ohne Macht

Hier ist das Detail, das jeder erfahrene Leser der Balkanpolitik sofort bemerkt. Der Rücktritt vom Präsidentenamt ist kein Rücktritt vom Parteiamt. Die staatliche Ressource verschwindet formal aus dem Bild, die parteiliche bleibt unverändert - dieselben Leute, dieselben Medien, dasselbe Netz. Ebnet der Verzicht auf den Titel wirklich das Feld, oder verschiebt er es nur von einer Stelle zur anderen?

Vučić sagt, er werde den politischen Gegnern gratulieren, wenn sie gewinnen, bezweifelt aber, dass sie es im umgekehrten Fall täten. „Ich werde das Ergebnis akzeptieren, wenn ihre Umfragen stimmen und die Gegner uns schlagen. Die Bürger haben das letzte Wort", sagte er. Der Satz ist sorgfältig gebaut - der Sieg der anderen erscheint als Hypothese, abhängig von der Genauigkeit fremder Umfragen.

Trump muss warten

Zur Frage nach einem möglichen Besuch von US-Präsident Donald Trump wurde Vučić konkreter als beim Wahltermin. Die Bedingungen, sagt er, seien nicht gegeben. „Serbien hat bald Wahlen, und die Vereinigten Staaten haben Zwischenwahlen. Erst wenn diese Prozesse abgeschlossen sind, können wir realistisch Besuche auf hoher Ebene zwischen unseren Ländern erwarten."

Neuneinhalb Jahre an der Macht, und der Wahltermin ist noch immer nicht ausgesprochen. Der Rücktritt ist angekündigt, aber nicht unterschrieben. Der Wahlkampf beginnt, formal hat er nicht begonnen. Serbien geht in einen Wahlzyklus, in dem alles bekannt ist außer dem Wichtigsten - wann.