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Selenskyj landete bei Vučić für Gas und Munition: Kosovo war der Preis des Tickets

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Selenskyj landete bei Vučić für Gas und Munition: Kosovo war der Preis des Tickets

Wolodymyr Selenskyj landete in Belgrad, und das Protokoll sagte mehr als jede Mitteilung. Kein Präsident empfing ihn, kein Ministerpräsident - es war der Minister für Bergbau und Energie. Eine Botschaft für sich: Das ist kein politischer Besuch, das ist ein Handelsgespräch. Und genau deshalb lohnt genaues Hinsehen.

Serbien spielt seit Jahren dasselbe Spiel - ein Fuß in Brüssel, der andere in russischer Gasinfrastruktur, die Hände nach allen Seiten ausgestreckt. Selenskyjs Besuch löste dieses Dilemma nicht, er fügte eine weitere Schicht hinzu. Belgrad kann zeigen, dass es mit Europa kooperiert, ohne etwas gegen Moskau zu unterschreiben. Strategische Ambiguität, verpackt als Arbeitstreffen.

Die Waffen sind die Geschichte, die alle kennen

Serbiens Rüstungsindustrie ist die größte und entwickelteste der Region, und der Export von Munition, die am Ende in der Ukraine landet, wird in Hunderten Millionen Euro gemessen - Schätzungen zufolge nahe einer Milliarde. Offiziell liefert Belgrad keine Waffen an eine Kriegspartei. Praktisch erledigen Zwischenhändler die Arbeit und niemand stellt unangenehme Fragen. Auf dem Tisch lag auch eine gemeinsame Drohnenfabrik mit israelischer Beteiligung.

Aber das eigentliche Thema war Gas

Die Ukraine sitzt auf unterirdischen Gasspeichern, die allein fast ein Drittel der gesamten europäischen Kapazität ausmachen. Das ist keine Kleinigkeit - das ist Infrastruktur, die kein anderes europäisches Land über Nacht nachbauen kann. Serbien will die Abhängigkeit von russischem Gas senken und baut Interkonnektoren mit Bulgarien, Rumänien und Mazedonien. In dieser Rechnung sind die ukrainischen Speicher das letzte fehlende Stück.

Deshalb ist Mazedonien Teil dieser Geschichte, selbst wenn es in keiner Schlagzeile auftaucht. Das Gasnetz, das durch die Region gebaut wird, kennt keine politischen Sympathien - es verbindet nur Rohre. Wer am Ende des Rohres steht und unter welchen Bedingungen, wird sich in den nächsten Jahren entscheiden, nicht heute.

Kosovo war der Preis des Tickets

Selenskyj bestätigte öffentlich, dass die Ukraine die einseitig erklärte Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennt und dass sich diese Position nicht geändert hat. Für das serbische Publikum war das die Schlagzeile des Abends. Für Priština war es ein Schlag aus der unerwartetsten Richtung - von einem Land, das Kosovo seit dem ersten Tag der Invasion unterstützt hatte.

Und darin zeigt sich die ganze Logik des Treffens. Zwei Präsidenten trafen sich, sprachen über territoriale Integrität und UN-Prinzipien, und jeder nahm genau den Satz mit, den er zu Hause braucht. Selenskyj bekam Gas und Munition. Vučić bekam die Bestätigung zum Kosovo. Sprach überhaupt jemand über Werte, oder nur über Rohre und Kaliber?