Skip to content

Selenskyj: Russische Satelliten fotografieren US-Basen für den Iran - zwei Kriege, ein Lager

1 Min. Lesezeit
Teilen
Selenskyj: Russische Satelliten fotografieren US-Basen für den Iran - zwei Kriege, ein Lager

Die beiden Kriege, die die Welt als getrennte Ereignisse betrachtet, beobachten einander offenbar sehr genau. Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland fotografiere per Satellit amerikanische Militärbasen im Nahen Osten und leite die gesammelten Daten an den Iran weiter - vor und nach Angriffen.

Der ukrainische Präsident kündigte an, er werde die ukrainischen Geheimdienste anweisen, die Beweise für die mutmaßliche russische Hilfe für iranische Kräfte an Kiews Verbündete zu übergeben.

„Ich werde die Geheimdienste anweisen, unseren Partnern die Informationen zu übermitteln, die wir über die neue Hilfe Russlands für das iranische Regime haben. Seit Anfang Juli beobachten wir, dass Russland aktiv Satellitenaufnahmen der Golfstaaten und der dort befindlichen amerikanischen Militäranlagen macht. Solche Aufnahmen landen später im Iran”, sagte Selenskyj in einer von „Ukrinform” verbreiteten Ansprache.

Aufnahmen vor dem Angriff, Schadensbewertung danach

Nach seinen Worten stellten die ukrainischen Dienste einen klaren Zusammenhang fest zwischen dem Zeitpunkt, zu dem russische Satelliten amerikanische Anlagen aufnehmen, und iranischen Angriffen auf ebendiese Orte. Selenskyj behauptet, die Aufnahmen erfolgten vor den Angriffen, zu deren Vorbereitung, aber auch danach, damit die iranische Seite den angerichteten Schaden bewerten kann.

„Allein am 19. und 20. Juli gerieten vier Luftwaffenstützpunkte ins Interessengebiet russischer Satelliten - zwei in Bahrain, je einer in Jordanien und Kuwait. Es ist klar, warum. Wir leben alle in derselben Welt und dürfen vor einer sehr einfachen Sache nicht die Augen verschließen: Das Böse sucht immer einen Weg, noch schlimmer zu werden und sich auszubreiten”, betonte Selenskyj.

Der Iran führte im Juli mehrere Raketen- und Drohnenangriffe auf amerikanische Militäranlagen in Bahrain, Jordanien und Kuwait durch. Die Angriffe folgten als Antwort auf amerikanische Schläge gegen iranisches Territorium.

Selenskyj fordert erneut Patriot-Raketen

Der ukrainische Präsident erklärte, Russland und der Krieg müssten gestoppt werden, und forderte erneut zusätzliche Raketen für die Flugabwehrsysteme „Patriot” von westlichen Staaten.

„Flugabwehrraketen, vor allem für die Patriot-Systeme, können Tausende und Abertausende Leben retten. Jeder Partner, der helfen kann, sollte wissen, dass hinter allen Entscheidungen und allen Lieferpausen Menschenleben stehen”, sagte Selenskyj.

Er kündigte an, die Ukraine werde, sofern sie die Möglichkeit erhalte, Raketen des Typs „Patriot Advanced Capability-3” (PAC-3) auf eigenem Gebiet zu produzieren, damit auch anderen schutzbedürftigen Staaten helfen.

Eine Forderung, zwei Fronten, dasselbe Lager

Hier überschneiden sich beide Geschichten an der unangenehmsten denkbaren Stelle. Dieselben Patriot-Abfangraketen, die Selenskyj für Kiew fordert, sind jene, vor deren Erschöpfung im Nahen Osten amerikanische Generäle Trump warnten. Ein Lager, zwei Kriege, und Verbündete, die sich vor derselben Tür anstellen.

„Alle, die Russland jetzt helfen, diesen Krieg fortzusetzen, werden sich verantworten müssen, auch für alle globalen Folgen”, schloss Selenskyj. Der Satz stimmt in seiner Absicht, doch Verantwortung setzt jemanden voraus, der richtet. Und hinter all diesen Satellitenbildern und übergebenen Koordinaten hat sich bislang niemand verantworten müssen.