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Eine Stunde salzen, bevor die Pfanne angeht: das neapolitanische Zucchini-Gericht, das die meisten an derselben Stelle ruinieren

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Eine Stunde salzen, bevor die Pfanne angeht: das neapolitanische Zucchini-Gericht, das die meisten an derselben Stelle ruinieren

Ein Kilo Zucchini, zwei bis drei Knoblauchzehen, ein guter Bund Minze, achtzig Milliliter Weißweinessig und Öl zum Braten. Das ist alles. Das neapolitanische Gericht „zucchine alla scapece“ hat keine einzige teure Zutat, und trotzdem ruinieren es die meisten - und zwar immer an derselben Stelle.

Eine Stunde warten, bevor die Pfanne angeht

Die Zucchini werden gewaschen, getrocknet, die Enden abgeschnitten und ungeschält in dünne Scheiben von etwa drei bis vier Millimetern geschnitten. Dann kommt der Schritt, den alle überspringen: Sie kommen in ein Sieb, werden leicht gesalzen und etwa eine Stunde stehen gelassen. Das Salz zieht das Wasser heraus. Nach dieser Stunde werden sie abgetropft und mit Küchenpapier gründlich trocken getupft, sanft andrückend.

Warum ist das Pflicht? Weil Wasser und heißes Öl nicht zusammenarbeiten. Eine feuchte Zucchini brät nicht - sie dampft, bräunt ungleichmäßig und spritzt. Dieselbe Logik gilt für jedes Braten in jeder Küche: Trockenheit ist Bedingung, kein Detail.

Braten in kleinen Mengen

Das Öl sollte reichlich und wirklich heiß sein. Die Zucchini kommen in kleinen Mengen in die Pfanne - niemals gehäuft. Jedes Überfüllen senkt die Öltemperatur, und das Ergebnis ist Dämpfen statt Braten. Sie sollen außen goldbraun und innen weich sein. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen und auf Papier abtropfen lassen.

Die Schichten und der Essig

Die Minze wird gewaschen und getrocknet, die Blätter abgezupft, die größeren mit der Hand zerrissen. Der Knoblauch wird geschält und in dünne Scheiben geschnitten - dünn, damit man ihn später leicht herausnehmen kann, wenn man einen milderen Geschmack möchte. Dann wird geschichtet: eine Lage Zucchini, dazwischen Knoblauchscheiben und Minzblätter, dann wieder von vorn.

Der Essig wird gleichmäßig darübergegossen. Der Schlüssel liegt im Maß - die Zucchini sollen gut durchtränkt, aber nicht ertränkt sein. Zu viel Essig tötet die Zartheit der Zucchini und lässt nur Säure zurück.

Abdecken und mindestens zwei Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen. Wer es im Voraus zubereitet, stellt es nach diesen zwei Stunden in den Kühlschrank - holt es aber etwa dreißig Minuten vor dem Servieren heraus. Kalt aus dem Kühlschrank verliert dieses Gericht sein Aroma und gewinnt Schwere.

Die Neapolitaner essen es als Vorspeise, vegetarisch und vegan, ohne es so bewerben zu müssen. Uns kommt das alles bekannt vor - salzen, abtropfen, braten, mit Essig übergießen - denn es ist dieselbe Logik, nach der eingelegtes Gemüse entsteht und nach der unsere Großmütter Zucchini vorbereiteten, bevor sie in Gläser kamen. Der Unterschied liegt in der Minze und darin, dass man hier nicht bis zum Winter wartet.