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Das Silicon Valley hat eine neue Diagnose entdeckt - KI-Psychose: die Chefs, die über Milliarden entscheiden, das Werkzeug aber nie berührt haben

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Das Silicon Valley hat eine neue Diagnose entdeckt - KI-Psychose: die Chefs, die über Milliarden entscheiden, das Werkzeug aber nie berührt haben

Im Silicon Valley gibt es eine neue Diagnose - „KI-Psychose". Den Begriff brachte Aaron Levie, der Gründer von Box, in Umlauf, aber nicht um Nutzer zu beschreiben, die von Chatbots verrückt werden, sondern um die Führungskräfte zu beschreiben, die so von künstlicher Intelligenz berauscht sind, dass sie völlig den Bezug dazu verloren haben, wie sie tatsächlich vor Ort funktioniert.

Levies Idee ist einfach und für viele an der Spitze unangenehm: Chefs, die Milliardenentscheidungen auf Basis von Präsentationen und Folien treffen, das Werkzeug aber nie selbst berührt haben, wissen nicht, was sie kaufen. Sie sind, wie er sagt, „von der letzten Meile der Arbeit entfernt" - genau dem Teil, an dem künstliche Intelligenz beweisen muss, dass sie etwas taugt, und meist scheitert.

Die Debatte kommt in einem Moment, in dem sich der Widerstand gegen KI auch bei gewöhnlichen Nutzern zeigt, nicht nur bei skeptischen Analysten. Studenten buhen bei Abschlussfeiern jede Erwähnung künstlicher Intelligenz aus. Die Installationen der Suchmaschine DuckDuckGo sprangen um 30 Prozent, weil die Menschen vor der erzwungenen Fütterung mit KI-Ergebnissen bei den großen Suchmaschinen fliehen. Wenn eine KI nicht einmal den eigenen Firmennamen richtig schreiben kann, lässt sich die Geschichte, dies sei die Zukunft, schwer verkaufen.

Nicht alle sehen eine Katastrophe. Ein Teil der Branche meint, die Frage sei nicht, ob KI nützlich ist, sondern ob die Unternehmen wissen, was sie anbieten. Wer Ergebnisse erzielt, tut das offenbar mit Fokus auf einen konkreten Bedarf statt mit dem Verstreuen von zehn Funktionen auf einmal. Der Unterschied zwischen einem Werkzeug, das ein Problem löst, und einem Werkzeug, das ein Problem sucht, um seine eigene Existenz zu rechtfertigen, ist genau das, was die „KI-Psychose" verfehlt.

Für einen Leser auf dem Balkan ist das kein exotisches kalifornisches Thema. Dieselbe Logik - kauf das Neueste, weil alle darüber reden, ohne zu prüfen, ob du es brauchst - sehen wir überall, von staatlichen Digitalprojekten bis zu Firmen, die für Software zahlen, die niemand je öffnet. Levies Frage gilt überall: Wie viele der Entscheider haben die Arbeit, die sie absegnen, tatsächlich selbst ausprobiert?