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Brautjungfer in Málaga mit XL-Raffia und Kleid aus den 1920ern: Familienpflicht, keine Modegeste

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Aus Málaga kommt eine Garderobengeschichte, die die Regeln moderner Hochzeiten gekippt hat. Die Trauzeugin Belinda erschien auf der Hochzeit in einem Kleid, das nicht aus der Boutique kam und nicht von einer Stylistin betreut wurde - genäht hat es ihre Cousine, die Designerin Isabel Montiel. Die Inspiration sind die 1920er Jahre, die Ära des Charleston und der befreiten Frau.

Das Kleid besteht aus champagnerfarbenem Seidengaze, mit handgenähten dekorativen Plissees und beweglichen Details. Es gab einen Schal für die Zeremonie in der Kirche zum Heiligen Herzen und - welche bessere Reserve - den familieneigenen Manila-Schal für den Empfang in La Casita de Madera in Churriana. Der Hut war übergroß, aus natürlicher Raffia, eine bewusste Provokation in einer Ära minimalistischer Mini-Hüte.

Die Details zählen. Isabel Montiel ist eine Designerin im engen Kreis von Málaga, und ihr Zugang zu dieser Hochzeit war keine Modegeste - es war Familienpflicht. Sie nähte Kleider für die Braut, die Trauzeugin und mehrere Gäste. "Es war von der Charleston-Ära inspiriert," beschreibt sie. Alles im Familienkreis: Tante, Cousine, ein Dialog zwischen Form und Freiheit in einem still-intimen Garderobenmoment.

Für eine Balkanhochzeit ist das ein radikaler Gedanke. Hier steht die Trauzeugin meist unter dem Druck, die Braut nicht "zu überstrahlen" - eine Regel, die gegen jede mutige Frau mit Stil eingesetzt wird. Das Málaga-Beispiel zeigt das Gegenteil: Kleidung kann zugleich Hommage und Diskretion sein, historisch und persönlich. Die Trauzeugin sollte nicht eine kleinere Lampe als die Braut sein - sie sollte eine zweite Lampe sein. Und diese mit Seele tragen.