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Restriktive Diäten und das Haar: Trichologin erklärt, warum das Haar drei Monate nach der Diät ausfällt

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Haare fallen nicht durch Stress oder Shampoo aus - sie fallen durch das, was Sie auf den Teller legen. Das ist die Pointe einer neuen Debatte, die Dr. Raquel Amaro, Trichologin im Hospital Capilar, angestoßen hat - und die Ordnung in das Chaos rund um "magische" Haarbehandlungen bringt.

Amaro ist knapp: "Die Haarfaser ist eine Struktur mit hoher metabolischer Aktivität und braucht daher eine konstante Zufuhr an Nährstoffen." Das heißt: alle Wunder-Shampoos und Seren arbeiten an der Oberfläche, während das eigentliche Problem von sechs Nährstoffen entschieden wird - Eisen, B-Vitamine, Vitamin D, Eiweiß, Zink und gesunde Fette.

Wenn sie fehlen, gerät der Körper nicht sofort in Panik. Die Faser wächst noch 2-3 Monate, als gäbe es kein Problem. Danach kommt Telogen-Effluvium - ein massiver Ausfall, der mysteriös wirkt. "Viele restriktive Diäten erzeugen metabolischen Stress, der intensiven Haarausfall auslösen kann," sagt Amaro. Die Folgen einer Abnehm-Diät tauchen oft drei Monate später als Haare im Kamm auf, wenn niemand mehr die Verbindung herstellt.

Den zweiten Mythos, den Dr. Amaro stürzt, ist das "Superfood-Denken". Eine Schale Avocado, eine Tüte Walnüsse, eine Kollagenkapsel - das funktioniert nicht. "Die Haargesundheit hängt vom Gesamtgleichgewicht der Ernährung ab, nicht von einzelnen Lebensmitteln." Die Botschaft ist einfach: Das Haar achtet darauf, was Sie monatelang essen, nicht darauf, was Sie an einem Donnerstag essen.

Für die Frau auf dem Balkan jenseits der 40, die mehr aufs Gewicht als auf die Ernährung achtet, ist das eine wichtige Rückkehr zum Grundlegenden. Kaffee und Brot zum Frühstück, Tomate mittags, nichts abends - die klassische Diät, die an der Kilo-Zahl arbeitet und das Haar zerstört. Die Frage ist nicht, wie viel Sie wiegen. Die Frage ist, wie viel Haar bis zur Rente bleibt. Beides geht zusammen, oder es geht gegeneinander.