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Neue Regeln für Tretboote am Ohridsee: Schwimmweste für alle, aber hält die Kampagne länger als das erste Wochenende?

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Neue Regeln für Tretboote am Ohridsee: Schwimmweste für alle, aber hält die Kampagne länger als das erste Wochenende?

Der Sommer am Ohridsee kommt diese Saison mit neuen Regeln für etwas, das viele bisher als selbstverständlich hinnahmen - das Tretboot. Die Präventionsabteilung der Polizei Ohrid startete die Kampagne „Sicher auf dem Tretboot", mit der die Polizei ein wenig Ordnung dorthin bringen will, wo bisher die Lässigkeit des Strandes herrschte.

Die Botschaft richtet sich an Vermieter wie an Nutzer. Wer am Ohridufer Tretboote vermietet, ist verpflichtet, bei jeder Vermietung die Betriebstauglichkeit des Boots zu prüfen und Schwimmwesten für jeden Nutzer, auch für Kinder, bereitzustellen. Die Nutzer wiederum sollten die grundlegenden Verbote kennen: kein Springen und Schubsen vom Tretboot, kein Steuern unter Einfluss von Alkohol oder psychotropen Substanzen und strikte Einhaltung der markierten Fahrzonen.

Auf dem Papier ist das gesunder Menschenverstand, verpackt in eine Kampagne. Eine Schwimmweste auf dem Wasser ist keine Bürokratie, sondern der Unterschied zwischen einem unangenehmen Moment und einer Tragödie. Die Frage ist, ob die Kampagne länger lebt als das erste Wochenende - denn bei uns bedeutet Prävention zu oft eine einzige Pressekonferenz zu Saisonbeginn und danach Stille bis zum nächsten Unglück.

Der See zieht jeden Sommer Tausende Menschen an, die weder geübte Schwimmer noch erfahren auf dem Wasser sind, und das Tretboot wirkt gerade deshalb harmlos, weil es langsam wirkt. Wenn die neuen Regeln tatsächlich durchgesetzt werden - mit Kontrollen, nicht nur mit Empfehlungen - könnte Ohrid einen Sommer ohne eine Meldung überstehen, die mit „ertrunken" beginnt. Und das, nicht die Zahl der verteilten Flugblätter, ist der einzige Maßstab, an dem diese Kampagne zu messen ist.