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In Vardarište wird gebohrt, aber Ergebnisse fehlen: Erst graben, dann erfahren, was drin ist

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In Vardarište wird gebohrt, aber Ergebnisse fehlen: Erst graben, dann erfahren, was drin ist

Auf der Deponie Vardarište wird gebohrt. Es wurden 22 Brunnen gesetzt, über die die Abfallgase abgefangen werden sollen, die sich seit Jahrzehnten unter dieser Kippe ansammeln. Die Stadt Skopje kündigt an, der Ort werde eines Tages ein grüner Park von 300.000 Quadratmetern. Ein schönes Bild. Das Problem: Darunter gibt es noch immer keine Antwort auf die grundlegendste Frage: Was genau verbirgt sich da drin?

Aus allen Bohrlöchern sollen Proben genommen und in zertifizierten Laboren untersucht werden, um Menge und Zusammensetzung der Gase präzise zu bestimmen. Das entscheidende Detail: Die Ergebnisse fehlen noch immer. Die Entgasungsinfrastruktur - Rohre, Schächte, Brunnen - wird parallel verlegt, bevor man weiß, womit man es genau zu tun hat. Erst wird gegraben, dann erfährt man es - eine Reihenfolge, die bei ernsthaften Umweltprojekten meist umgekehrt läuft.

Es gibt auch Fragen, die die Stadt vorerst ohne klare Antwort lässt. Das Gelände bearbeitet eine für geomechanische Prüfungen beauftragte Firma, aber wie genau sie ausgewählt wurde und was das ganze Vorhaben kostet - dazu hat die Stadt Skopje keine Zahl. Wenn es um öffentliches Geld geht und um eine Deponie, die seit Jahren über dicht besiedelten Vierteln brennt und qualmt, ist „das erfahren Sie später" keine gute Antwort.

Niemand bestreitet, dass Vardarište Geschichte werden muss - das ist jahrzehntelange offene Verschmutzung, die längst hätte geschlossen werden müssen. Doch der Unterschied zwischen einer echten Lösung und einer weiteren Grundsteinlegung liegt genau in den Details, die jetzt fehlen: belastbare Laborergebnisse, eine transparente Ausschreibung, ein klarer Preis. Ein Park von 300.000 Quadratmetern klingt großartig in der Ankündigung. Ob er wirklich sprießt, zeigt sich erst, wenn wir aufhören, die Bohrlöcher zu feiern, und anfangen, ihre Ergebnisse zu lesen.