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Trump setzt Merz auf null: zerrütteter Staat, gescheiterte Ukraine, und kein Platz für deutsche Iran-Ratschläge

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Als der deutsche Kanzler Friedrich Merz sagte, der Iran "demütige" die USA mit seinen Verhandlungstaktiken, antwortete Donald Trump nicht mit einer diplomatischen Note. Er antwortete mit einem Post auf Truth Social. Und das mit der Energie eines Mannes, der gerade sein Messer geschärft hat.

"Der deutsche Kanzler sollte sich mehr darauf konzentrieren, den Russland-Ukraine-Krieg zu beenden, wo er völlige Ineffizienz gezeigt hat, und seinen eigenen zerrütteten Staat zu reparieren - besonders Migration und Energie - statt sich in den Kampf gegen die iranische Atombedrohung einzumischen", schrieb Trump.

Diese Sätze sind kein Zufall. Jeder trägt eine scharfe Spitze. Erstens - "völlige Ineffizienz" in der Ukraine, dabei ist Deutschland nach den USA der größte europäische Geber für Kiew. Zweitens - "zerrütteter Staat", eine Terminologie, die in der amerikanischen politischen Sprache gegenüber einem NATO-Verbündeten selten verwendet wird. Drittens - der Stich gegen Migration und Energie, zwei Bereiche, in denen Berlin politisch verwundbar ist.

Merz antwortete diskret. Er betonte, dass das Bündnis USA-Deutschland wichtig ist, dass die NATO-Einheit Priorität hat, und dass Berlin ein "verlässlicher amerikanischer Partner" bleibt. Mit anderen Worten: er schluckte die Worte hinunter.

Die transatlantische Krise beginnt nicht mit Merz. Sie begann schon in den ersten Monaten der zweiten Trump-Administration. Deutschland hat einen spezifischen Fehler - es versuchte, in demselben diplomatischen Ton zu sprechen, in dem es mit Biden sprach. Dieser Ton funktioniert in Washington nicht mehr.

Auf dem Balkan sehen wir das als Erfrischung. Sehr lange Zeit war Berlin der Ton Europas. Unsere Politiker rannten zu Sitzungen im Kanzleramt wie zu einer Prüfung. Jetzt, wenn Trump Deutschland eine Stufe nimmt, nimmt er auch der EU eine Stufe. Und die Frage für Skopje und Belgrad ist dieselbe: mit wem müssen wir umgehen - mit einem Berlin, das nicht mehr entscheidet, oder mit einem Washington, das nicht mehr zuhört?