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Ein Luxushandy für 6.300 Euro mit einem KI-Agenten, der selbst Fehler macht: Du zahlst mehr für weniger

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Ein Luxushandy für 6.300 Euro mit einem KI-Agenten, der selbst Fehler macht: Du zahlst mehr für weniger

Das Luxushandy hat immer Status verkauft, keine technischen Daten. Die britische Marke Vertu geht jetzt einen Schritt weiter: für 6.880 Dollar (etwa 6.300 Euro) bietet sie ein Foldable in Kalbsleder und Titan, in einer Schachtel, die eher wie ein Schmucketui aussieht als wie eine Handyverpackung. Aber das eigentliche Verkaufsargument ist nicht das Leder. Vertu wettet, dass Führungskräfte für künstliche Intelligenz zahlen, die ihren Arbeitstag organisiert.

Das Gerät heißt Alphafold, und in seinem Herzen sitzt Hermes - ein fest integrierter KI-Agent, aufgebaut auf dem gleichnamigen Open-Source-Projekt. Anders als die üblichen Assistenten, die nur Fragen beantworten, soll Hermes mehrstufige Aufgaben für dich erledigen: Verträge lesen, Tabellen analysieren, Reisen buchen und, wenn er nicht weiterkommt, die Aufgabe an einen menschlichen Concierge übergeben. Die Hardware ist die Ausrede. Der Agent ist das Produkt.

Wenn dich jemand bittet, das Versprechen zu testen, nimmt man es am besten für bare Münze und lässt den Agenten echte Chefarbeit machen - eine Geschäftsreise buchen, Quartalszahlen zusammenfassen, einen Anruf umleiten, während du zum Flughafen fährst. Und hier wird das Bild deutlich weniger glänzend als das Marketing.

In einem Test mit simulierter Verspätung vor dem Flug schickte Hermes die Nachricht und schaltete den Modus „nicht stören“ ein, startete aber die Navigation nicht von selbst, und die Erinnerung setzte er statt in 15 Minuten auf neun Uhr abends. Auf die Bitte, einen Flug von Mumbai nach Pune zu organisieren, trug der Agent einen Termin für die falschen Daten in den Kalender ein und bot einen Knopf an, die Anfrage an den Concierge weiterzuleiten. Die Tabelle, die er am nächsten Tag „behalten“ sollte - er vergaß sie und bat darum, sie erneut anzuhängen. Ein ehrgeiziger Assistent, ja. Ein fertiger - nein.

Zum Vergleich: Dieselben Aufgaben liefen auf einem konkurrierenden Foldable mit Gemini anders: statt blind zu handeln, fragte die KI vor dem Fortfahren - welcher Flughafen, wo die Erinnerung speichern - und lieferte am Ende ein genaueres Ergebnis. Hermes war williger, allein zu handeln, aber genau diese Eigenständigkeit erzeugte oft unvollständige oder falsche Ergebnisse. Die Frage, die bleibt, ist so alt wie die Agenten selbst: Wann soll die Maschine allein handeln, und wann soll sie fragen.

Es gibt auch eine unangenehmere Seite. Unter dem Leder ähnelt der Alphafold verblüffend dem ZTE Nubia Fold - einem Handy, das 1.100 Dollar kostet - vom Scharnierdesign bis zur Lautsprecheranordnung und dem Fingerabdruckleser, und die Systeminformationen zeigen ZTE-Kennungen in der Software. Darauf angesprochen, gab Vertu zu, dass das Gerät über eine Partnerschaft mit ZTE/Nubia für die Hardwareplattform entwickelt wurde, und dass sie das Leder, die Software und den Service für sich beanspruchen. Das ist nicht neu - dieselbe Geschichte wiederholte sich bei früheren Modellen der Marke schon seit 2023.

Was kaufst du also eigentlich für 6.300 Euro? Handwerk, Leder, einen Namen und ein Ökosystem aus KI-Diensten, das auf eine bereits bestehende Handyplattform geklebt ist. Die Spezialagenten für Rechtsberatung und Investitionen sind - nach eigenem Eingeständnis - als Ausgangspunkt zu behandeln, nicht als Autorität, denn die Antworten bleiben KI-generiert und müssen unabhängig überprüft werden. Sogar die Option, einen echten Concierge anzurufen, sagt alles: Wenn die KI an ihre Grenze stößt, tritt der Mensch wieder ins Bild. Die Technik ändert sich, aber das Wort „Luxus“ bedeutet immer noch, dass du mehr für weniger zahlst.