Der Vodno-Turm ist seit Januar fertig, öffnet aber erst im Juni: Wenn Verspätung zur Norm wird, hören wir auf, sie zu zählen
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12.04.2026
Der 155 Meter hohe Telekommunikationsturm auf dem Vodno soll angeblich bis Ende Juni in Betrieb gehen - obwohl das Bauwerk schon seit Januar fertig ist. Ein ganzes halbes Jahr wartet ein fertiger Bau auf Papier, im klassischen Balkan-Verfahren, bei dem der Beton der leichtere Teil der Arbeit ist.
Der Turm in der Nähe des Millennium-Kreuzes kostete rund 1,23 Milliarden Denar (etwa 20 Millionen Euro), gebaut von „Granit", Investor ist die Agentur für elektronische Kommunikation. Die Struktur hat vier Plattformen und wird Armee, Polizei, Mobilfunkbetreibern, Rundfunk und Tourismus dienen - mit einer rotierenden Aussichtsplattform an der Spitze.
Warum verzögert sich etwas, das physisch fertig ist? Laut einem Berater der AEK, der seit der Grundsteinlegung vor über einem Jahrzehnt am Projekt beteiligt ist, liegt das Problem nicht am Bau, sondern an der Bürokratie. Noch immer werden Bestätigungen einer Reihe von Institutionen eingesammelt - Betreiber, Brandschutz, Gemeinden, Wasserwerke, kommunale Dienste.
Erst danach geht die Dokumentation an das Verkehrsministerium, das eine Kommission für die technische Abnahme bilden muss. Dieser Prozess soll um den 15. bis 20. Juni abgeschlossen sein, danach folgen die Nutzungsgenehmigungen.
Es hat etwas Symbolisches: ein Turm, gebaut, um in die Ferne zu blicken, der ein halbes Jahr lang nicht öffnen kann, wegen Papieren, die von Schalter zu Schalter wandern. Das Projekt zog sich vom Grundstein an über zehn Jahre hin; ein paar Monate mehr Verspätung fallen vielleicht kaum noch auf. Aber genau das ist der Punkt - wenn Verspätung zur Norm wird, hören wir auf, sie zu zählen. Und jeder Tag, an dem ein ungenutztes Gebäude im Wert von 20 Millionen Euro leer steht, ist eine Rechnung, die am Ende jemand bezahlt.
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