Neue Strafanzeige gegen Jakimovski: Baugenehmigung auf Grundlage eines 2018 aufgehobenen Plans
16.09.2026
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Die Bürger von Karpoš haben einen Bürgermeister gewählt - und seit fast einem Monat wird die Gemeinde von einem ganz anderen Mann geführt. Sotir Lukrovski ist seit Ende Mai krankgeschrieben, ohne offizielle Angaben zum Grund oder zum Datum seiner Rückkehr, und in seiner Abwesenheit leitet ein Gemeinderat die Geschäfte.
Die Gemeinde wird vorübergehend von Nedelčo Krstevski von der VMRO-DPMNE geführt, dessen Gemeinderatsmandat ruht. Hier beginnen die Probleme - und sie sind nicht nur politischer, sondern auch rechtlicher Natur.
Erstens der Titel. Obwohl er in der Öffentlichkeit „stellvertretender Bürgermeister" genannt wird, existiert ein solches Amt im mazedonischen Recht nicht. Das Gesetz über die lokale Selbstverwaltung erlaubt nur eine vorübergehende Vertretung durch einen Gemeinderat, keine formale Stellvertreterposition. Zweitens die Frist. Laut Gemeindestatut muss die Vertretung innerhalb von 30 Tagen nach Amtsantritt bestimmt werden - doch Lukrovski ernannte Krstevski am 7. Mai, ganze sechs Monate nach seinem Amtsantritt.
Der frühere Bürgermeister Stevčo Jakimovski ließ sich die Gelegenheit zur Kritik nicht entgehen und beschrieb ein vernachlässigtes Karpoš: „Gras bis zu den Knien. Kaputte städtische Infrastruktur. Vertrocknete Bäume. So sieht Karpoš heute aus." Ob das Realität oder politisches Kalkül ist - die Bürger sehen es am besten aus ihren eigenen Fenstern.
Hinter dem Streit steckt ein vertrautes Balkan-Modell. Wir haben bereits gesehen, wie in Aerodrom nach dem Abgang von Timčo Mucunski 2024 der vorübergehende Stellvertreter ganze 16 Monate bis zu den Wahlen regierte. Die Frage, die unbeantwortet bleibt, ist elementar: Hat ein Bürger das Recht zu wissen, wer seine Gemeinde regiert und warum? Oder sind „gesundheitliche Gründe" Erklärung genug, um jede Frage verstummen zu lassen?
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