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Vučić über Ungarn: ausgestreckte Hand, Roboter und teures Benzin

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Vučić im RTS-Interview über Ungarns neue Führung — ganz er selbst, eine Mischung aus Pragmatismus, Statistik und dosierter Dramatik. Die Zahlen zu Vorfällen in der Vojvodina sind interessant: von 850-900 pro Jahr sollen sie unter Orbán auf etwa 30 gesunken sein. Ob man ihnen glaubt oder nicht — der Unterschied ist dramatisch.

„Ich reiche die Hand, aber ich lasse keine Demütigung zu", sagte Vučić über den neuen ungarischen Anführer. Diesen Satz hört man auf dem Balkan von jedem Anführer vor jedem schwierigen Gespräch — und er bedeutet meist, dass die Lage komplizierter ist, als zugegeben wird.

An der Energiefront laufen Verhandlungen mit MOL, die Lizenzierung wird am 17. April erwartet. Die Kraftstoffpreise steigen — für niemanden auf dem Balkan eine Überraschung, wo der Benzinpreis genauso Gesprächsthema ist wie das Wetter. Hinter den Preiserhöhungen stehen konkrete geopolitische Verschiebungen, keine bloßen Marktschwankungen.

Am interessantesten ist der Teil über Roboter. Vučić kündigte an, dass Serbien bis Juni zu den wenigen europäischen Ländern gehören werde, die humanoide Roboter produzieren. Realität oder Ehrgeiz — das wird man in zwei Monaten wissen. Auf dem Balkan haben Versprechen ein Ablaufdatum — und das ist meist die nächste Wahl.

Zu den Empfehlungen der Venedig-Kommission und ODIHR verpflichtete sich Vučić zur Einhaltung. Diese Phrase hört man regelmäßig, die Umsetzung war bisher stets eine andere Geschichte. Wird es diesmal anders sein? Auf dem Balkan ist Optimismus ein Luxus, Skepsis — Gewohnheit.