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Zagreb finanziert Kroaten in der Vojvodina: Sorge um die Identität oder stilles Tauziehen unter Nachbarn

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Zagreb finanziert Kroaten in der Vojvodina: Sorge um die Identität oder stilles Tauziehen unter Nachbarn

Wenn ein Staat Geld in eine Minderheit jenseits der Grenze investiert, ist das nie nur Kulturpolitik - es ist auch Strategie. Der kroatische Premierminister Andrej Plenković erklärte offen, Kroatien werde die Assimilation der Kroaten in Serbien verhindern, und der Staat „stehe finanziell hinter ihnen".

Plenković hob die Wahl von Jasna Vojnić aus Serbien ins kroatische Parlament als strategisch bedeutsam hervor und bekräftigte die Unterstützung für sie bei den bevorstehenden Wahlen zum Kroatischen Nationalrat in Serbien. Als Beweis seines Engagements nannte er konkrete Investitionen: das Kulturzentrum „Matica" in Subotica, Infrastrukturprojekte in sieben Gemeinden der Vojvodina und Investitionen in Kindergärten.

„All das sind Botschaften an die Kroaten in Serbien, sich nicht zu assimilieren, Kroaten zu bleiben, sich ihrer selbst bewusst, ihre Identität zu bewahren - und dass der kroatische Staat finanziell hinter ihnen steht", erklärte er. Auf den ersten Blick eine legitime Sorge um Landsleute jenseits der Grenze. Doch derselbe Satz, von beiden Seiten irgendeiner Balkangrenze gesprochen, trägt immer auch eine zweite Ebene.

Denn der Balkan kennt dieses Spiel auswendig. Die Sorge um die „Eigenen" jenseits der Grenze ist real, aber auch ein bequemes Mittel der Einflussnahme - der Mutterstaat kauft Loyalität, baut ein Netzwerk auf, sendet die Botschaft, dass Grenzen auf der Karte, aber nicht in den Köpfen sind. Wenn Zagreb in der Vojvodina finanziert, ist es Fürsorge; wenn jemand anderes anderswo dasselbe tut, wird es sofort Einmischung genannt. Die Perspektive hängt davon ab, auf welcher Seite der Grenze man steht.

Im Subtext bleiben auch die ungelösten Grenzfragen zwischen Kroatien und Serbien entlang der Donau - ein altes Thema, das regelmäßig zurückkehrt, wenn sich die Beziehungen anspannen. Die Frage, die bleibt, ist, ob dies wirklich Schutz der Identität ist oder eine weitere Runde stillen Tauziehens zwischen zwei Nachbarn, die einfach kein Kapitel aus der Vergangenheit schließen können.