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73 Millionen gezahlt, 29 ausgegeben, der Rest „vertraulich“: Wie Geld hinter einem Zauberwort verschwindet

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73 Millionen gezahlt, 29 ausgegeben, der Rest „vertraulich“: Wie Geld hinter einem Zauberwort verschwindet

Die Bürger zahlten in fünf Jahren 73 Millionen Euro für Personaldokumente. Das Innenministerium gab nur 29 Millionen aus. Die Differenz von 44 Millionen Euro bleibt ohne Erklärung - weil die Verträge für „vertraulich“ erklärt wurden. Das ist der Kern einer neuen Untersuchung des Zentrums für bürgerliche Kommunikation, und es ist eine Geschichte, so alt wie die Verwaltung selbst bei uns.

Die Pässe stellt die deutsche Firma Giesecke+Devrient her, mit einem Vertrag, den das Innenministerium vollständig verbirgt - die Bedingungen, die Änderungen, die Rechtsgrundlage, ja nicht einmal, wie viele Dokumente jährlich bestellt werden, sind bekannt. „Ohne Kenntnis der Mengen lässt sich nicht beurteilen, ob der Preis angemessen oder der Vertrag wirtschaftlich gerechtfertigt ist“, merken die Rechercheure an. Dieser Logik ist schwer zu widersprechen.

Noch kurioser ist die Vorgeschichte. Der ursprüngliche Tender stammt aus dem Jahr 2005 - 21 Jahre alt. Von 2018 bis 2020 gab es fünf gescheiterte Versuche eines neuen Tenders, woraufhin das Ministerium einfach ohne öffentlichen Wettbewerb weiterverhandelte. Zwei Jahrzehnte ohne veröffentlichten Tender für etwas, das jeder Bürger bezahlt - alles verpackt in das Zauberwort „vertraulich“.

Ein Becken, das nur auf dem Papier existierte

Dasselbe Muster wiederholt sich bei kleineren Projekten. Ein Schulbecken in Čair im Wert von 890.000 Euro wurde am 21. November 2025 für zu 100 Prozent fertiggestellt erklärt - am selben Tag, an dem die Gemeinde einen Aufsichtsbericht erhielt, wonach die Arbeiten unvollendet seien, ohne Strom und Wasser. Das Becken wurde tatsächlich erst sechs Monate später eröffnet. Statt einer Strafe für die Verzögerung wurde die Frist auf Antrag des Auftragnehmers zweimal verlängert, der dann ein weiteres Becken an einer anderen Schule beantragte.

All das ist kein Zufall, sondern System. „Vertraulich“ wird zum Vorhang, hinter dem Millionen verschwinden, und „auf dem Papier fertig“ ist ein amtlicher Stempel auf etwas, das nicht existiert. Die Frage ist nicht, ob es Missbrauch gibt - sondern warum Institutionen einen Bürgerverein brauchen, um aufzudecken, was sie selbst kontrollieren sollten.