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Aktie des deutschen Rüstungsriesen sprang um 1.000 Prozent: was es bedeutet, wenn die Granatenfabriken Tag und Nacht laufen

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Aktie des deutschen Rüstungsriesen sprang um 1.000 Prozent: was es bedeutet, wenn die Granatenfabriken Tag und Nacht laufen

„Wir brauchen euch nicht, wir rufen die Amerikaner.“ So schrieb die frühere Kanzlerin Angela Merkel, laut dem Chef des deutschen Rüstungsriesen Rheinmetall, einst den heimischen Rüstungssektor ab. Heute klingen dieselben Worte wie ein Fehler, der ganz Europa teuer zu stehen kam.

Die Aussage stammt von Armin Papperger, dem Chef von Rheinmetall, auf einem Sicherheitsgipfel. Ihm zufolge baute Merkel bewusst Deutschlands Abhängigkeit von Washington auf. Vor der russischen Invasion der Ukraine 2022 hatte Deutschland fast keinen inneren Waffenbedarf, und Firmen wie Rheinmetall waren durch Exportbeschränkungen an den Rand gedrängt. Die Strategie war einfach - warum Waffen produzieren, wenn man einen amerikanischen Verbündeten hat?

Der Krieg riss diese Logik über Nacht ein. Nach der Zeitenwende, die Kanzler Scholz verkündete, richtete Deutschland ein Sondervermögen für Verteidigung von 100 Milliarden Euro ein und hob die Militärausgaben auf 2 Prozent des BIP. Rheinmetall steigerte die jährliche Produktion von Artilleriemunition von 70.000 auf eine Million Granaten - mehr als die konventionelle Produktion der USA. Die Aktie des Unternehmens stieg seit 2022 um über 1.000 Prozent.

In dieser Zahl liegt etwas Erschreckendes und Lehrreiches. Ein Anstieg um tausend Prozent bei einem Rüstungsunternehmen ist kein Zeichen dafür, dass die Welt sicherer wird - im Gegenteil. Jeder in Munition investierte Euro ist ein Euro, der nicht in ein Krankenhaus, eine Schule oder eine Rente floss. Europa wiegte sich jahrzehntelang in der Illusion, Krieg sei etwas, das anderen passiert; jetzt rüstet es fieberhaft auf, und die Granatenfabriken laufen Tag und Nacht. Für uns auf dem Balkan, die nur zu gut wissen, wohin volle Waffenlager führen, ist das keine gute Nachricht - es ist eine alte Geschichte mit neuem Budget.