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Russland importiert Benzin aus Indien: Brief des Rosneft-Chefs an Putin enthüllt eine beispiellose Krise

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Russland importiert Benzin aus Indien: Brief des Rosneft-Chefs an Putin enthüllt eine beispiellose Krise

Das Land, das der halben Welt Öl liefert, hat plötzlich nicht genug Benzin für die eigenen Fahrer. Der Direktor von Rosneft, Russlands größtem Ölkonzern, Igor Setschin, schrieb Putin einen Brief, in dem er den Schaden als „beispiellos“ beschreibt. Und wenn der Chef eines Ölgiganten auf dem Papier in Panik gerät, ist die Lage wohl schlimmer, als das Fernsehen sagt.

Ursache ist die ukrainische Drohnenkampagne, die seit Monaten russische Raffinerien trifft. Allein im Mai trafen 16 Drohnenangriffe 8 der 10 größten russischen Anlagen. Analysten schätzen, dass über 25 Prozent der gesamten russischen Ölverarbeitungskapazität ausgefallen sind. Das Ergebnis zeigt sich an den Zapfsäulen: In Irkutsk, 4.800 Kilometer von der Ukraine entfernt, warten Fahrer 18 Stunden, um zu tanken, und in der Region Krasnodar hat mindestens ein Drittel der Tankstellen geschlossen.

Setschin fordert drastische Maßnahmen - den verpflichtenden Verkauf von Kraftstoff über die Börse abzuschaffen, das schwächere „Euro-3“-Benzin zuzulassen, sogar ausländischen Kraftstoff zu importieren. Man stelle sich die Absurdität vor: Russland, eine der größten Ölmächte der Welt, importiert Benzin aus Indien und verbietet den Export des eigenen. Putin räumte das Problem offiziell ein, nannte die ukrainischen Angriffe aber „unkritisch“ - eine Formulierung, die eher wie eine Botschaft an die Öffentlichkeit klingt als wie eine Lagebeurteilung.

Diese Geschichte ist interessanter, als sie auf den ersten Blick wirkt. Lange Zeit war das Bild, der Krieg werde nur auf ukrainischem Boden geführt, fern vom russischen Alltag. Doch wenn ein Mensch 18 Stunden auf einen Tank Kraftstoff wartet, hört der Krieg auf, Nachricht von der Front zu sein, und wird zu einem Loch im eigenen Tag. Keine Macht ist so groß, dass sie den Krieg nicht zu Hause spüren könnte - die Frage ist nur, wie lange es dauert, bis das zu viel wird, um noch „unkritisch“ genannt zu werden.