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Inhaberin eines Beauty-Salons unter Verdacht wegen gefälschter Filler: 535 Ampullen im Bettzeug bei Tabanovce

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Am Grenzübergang Tabanovce haben Zollbeamte 535 Ampullen eines Abnehmpräparats und 7.400 Etiketten gefunden - alles im Bettzeug versteckt. Das war der Beginn einer Untersuchung, die die Inhaberin eines Beauty-Salons in Skopje und zwei weitere Personen ins Visier nahm. Die Staatsanwaltschaft hat ein offizielles Verfahren eingeleitet.

Im Salon stießen die Inspektoren auf noch interessantere Ware: Dermafiller, „Präparate zur Auflösung von Dermafillern" und eine Reihe weiterer Kosmetikprodukte ohne Sicherheitsnachweis oder legale Importpapiere. Die Inhaberin - die laut Quellen die Mittel beworben und an Kundinnen angewendet hat - könnte ihren Pass verlieren und unter vorbeugende Maßnahmen gestellt werden.

Die Frage reicht über einen Salon hinaus. In Mazedonien wächst die „Schönheitsindustrie" ohne ernsthafte Regulierung. Dermafiller - Injektionen von Hyaluronsäure oder anderen Substanzen in die Haut - sind ein medizinischer Eingriff. Kein kosmetischer. Trotzdem bieten Hunderte Salons im Land „Filler" an, ohne Arzt, ohne medizinischen Hintergrund, ohne gesetzlich zugelassene Papiere.

Plastische Chirurgen warnen seit Jahren: gefälschte Filler hinterlassen schwere Folgen. Granulome. Infektionen. Gesichtsdeformationen, die nur chirurgisch zu beheben sind - wenn überhaupt. Frauen zahlen für „Wangenknochen für 50 Euro" - und dann Hunderte Euro für die Reparatur beim Chirurgen. Manchmal hilft auch das nicht.

Die Balkan-Note: dieses Problem ist nicht nur mazedonisch. Serbien, Bulgarien, Griechenland - überall existiert eine „Boutique-Salon-Branche", die ohne Regeln läuft. In entwickelten Ländern sind solche Eingriffe Ärzten vorbehalten. Warum bei uns nicht? Weil niemand das Gesetz machen wollte. Weil „freier Markt". Weil „warum die Wirtschaft einschränken".

Die Untersuchung ist eine gute Nachricht - aber isoliert. Die dreiunddreißig bekannten Fälle von „gefälschten Fillern" werden nicht aufgedeckt. Hunderte. Womöglich Tausende. Und während die Staatsanwaltschaft einen Fall bearbeitet, verkaufen dreißig weitere Salons dieselben „Filler" zum selben Preis. Regulierung ist nicht nur am Zoll nötig - sondern in jedem Salon im Land.