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Ryanair schließt Basis in Thessaloniki: 700.000 Sitzplätze gehen nach Albanien und Schweden

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Der Billigflieger Ryanair schließt diesen Winter seine Basis am Flughafen Thessaloniki. Vertriebschef Jason McGuinness nannte den Grund offen - der Streit mit dem Betreiber Fraport über dramatisch erhöhte Jahresgebühren, inzwischen 66 Prozent über den Vorpandemie-Werten. Fraport entgegnete, die Entscheidung sei rein kommerziell und habe nichts mit den Gebühren zu tun.

Die Zahlen dahinter sind groß. Etwa 700.000 Sitzplätze verschwinden auf 12 griechischen Strecken. Die Flugzeuge gehen nach Albanien, Italien und Schweden. Rund 100 Arbeitsplätze in Thessaloniki könnten betroffen sein, McGuinness wollte das aber nicht bestätigen.

Das ist dieselbe Strategie wie früher. Als Berlin Flughafengebühren und Steuern erhöhte, schloss die irische Gesellschaft dort ihre Basen. Deutschland zahlt jetzt in Ticketpreisen, und Griechenland ist das nächste Land, das den wirtschaftlichen Preis seiner eigenen Politik spürt.

Für Balkan-Reisende ist das nicht bloß eine fremde Nachricht. Albanien bekommt neue Ryanair-Strecken, die es bislang nicht gab - Tirana, Vlora, möglicherweise weitere Ziele. Das heißt billigere Flüge nach Albanien und indirekt vielleicht neue Alternativen für Passagiere aus Mazedonien. Skopjer, die bisher über Thessaloniki flogen, haben einen weiteren Grund, lieber nach Albanien zu fahren.

Die Frage an die griechischen Behörden ist klar. Wenn ein Carrier mit 95 Basen in Europa plötzlich entscheidet, Ihr Land sei nicht mehr wert, dann ist das kein Zwischenfall - das ist ein Signal. Und die Frage, die nach jeder Konzernentscheidung gestellt wird: Wie hoch ist der wirtschaftliche Preis, den alle für die paar Prozentpunkte zahlen, die Fraport nicht hergeben wollte?