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Luftfahrtkrise: EU lässt US-Treibstoff zu, Skopje fügt fünf neue Linien hinzu und beliefert drei Flughäfen

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Die Krise um Flugzeugkraftstoff in Europa ist real, und Brüssel denkt bereits über Notmaßnahmen nach. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat erklärt, dass europäische Fluggesellschaften amerikanischen Treibstoff verwenden können, falls es zu Engpässen kommt - mit der Aussage, dass "keine Hindernisse für europäische Beförderer bestehen, in den USA hergestellten Kraftstoff zu nutzen, sofern dies sicher geschieht."

Technisch geht es um zwei Varianten. Jet A-1 ist globaler Standard in Europa, Afrika, Australien und weiten Teilen Asiens. Jet A wird in den USA und Kanada eingesetzt. Beide basieren auf Kerosin und sind "im Wesentlichen ähnlich" - doch Jet A-1 hat einen niedrigeren Gefrierpunkt, was auf interkontinentalen Flügen den entscheidenden Unterschied bedeuten kann. Die EASA verlangt keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, betont aber "betriebliche Empfehlungen für die Übergangsphase".

Der Kontext für Mazedonien ist ein anderer, und Minister Aleksandar Nikoloski beeilte sich, ihn als ruhig zu beschreiben. "Wir haben Reserven für 90 Tage, gesetzlich verlangt sind 60. Es gibt kein Problem," erklärte er. Der Flughafen Skopje versorgt Pristina (vollständig) und Niš (teilweise) mit Kerosin und ist damit regionaler Verteiler.

Noch interessanter - mitten in der Krise eröffnet Mazedonien im Juni fünf neue Flugverbindungen. Austrian Airlines fliegt erstmals Wien-Ohrid. Wizz Air führt Krakau-Ohrid und Breslau-Ohrid ein. Aus Skopje kommen zwei italienische Ziele: Palermo auf Sizilien und Alghero auf Sardinien. In einem Jahr, in dem halb Europa über gestrichene Flüge klagt, fügt Skopje neue hinzu.

Die EASA hat zudem eine Gegenregel für die Airlines eingeführt. Teurer Treibstoff darf kein Vorwand für Flugausfälle ohne Passagierentschädigung sein - eine Regel, die Beförderer in die Zange nimmt: entweder teuer für Treibstoff zahlen, oder teuer in Entschädigungen. Kein idealer Moment für Investitionen in der Luftfahrt.

Für Balkan-Reisende ist die Frage simpel: Springen die Ticketpreise diesen Sommer um 20-30 Prozent, hält der Tourismus dann noch? Und wenn der Flughafen Skopje zum Regionaldrehkreuz wird, hat Mazedonien dann endlich einen Teil seiner geografischen Vorteile genutzt, die es selten ausspielt? Auf den ersten Blick klingen die Ministerzahlen gut. Die Frage ist, wie lange diese Reserven halten, wenn Brüssel und Iran bis Sommerende keinen Kompromiss finden.