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Locken erobern Cannes 2026 - Demi Moore mit XXL-Wet-Look, Gillian Anderson in zwei verschiedenen Szenen

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Der rote Teppich in Cannes ist dieses Jahr belagert - und nicht von den Schauspielerinnen, die ihn betreten, sondern von ihren lockigen Haaren. Dreißig Jahre unerbittliche Dominanz geglätteter Föhnfrisuren und Glosses, und plötzlich treten 2026 alle Stars mit Textur, Volumen und Bewegung auf.

Demi Moore erschien mit „Wet-Look"-Effekt und XXL-Locken mit Seitenscheitel. Gillian Anderson zeigte zwei verschiedene Looks: zunächst eine riesige, voluminöse Lockenmähne zu einer Seite gescheitelt; dann ein hoher Pferdeschwanz mit bewahrter Textur und losen Strähnen ums Gesicht. Das ist die Art technische Liebesgeschichte mit Haaren, die wir in Cannes seit über einem Jahrzehnt nicht gesehen haben.

Für ältere Schauspielerinnen, die das „elegant Mitte 40-50"-Spiel beherrschen, sind die Lösungen gemessener. Andie MacDowell entschied sich für einen tiefen Dutt mit bewahrter natürlicher Textur. Jane Fonda - ein „Morrison"-Mittelschnitt mit voluminösen Seiten, der die Frisur kontrolliert, ohne sie zu töten. Mélanie Thierry zeigte, dass ein texturierter „Pixie" mit dezenten Wellen auch für kürzere Schnitte funktioniert.

Was bedeutet der Trend eigentlich? Dass die ganze Industrie, die jahrzehntelang Frauen lehrte „natürliches Haar ist unpräsentabel", nun dieselbe natürliche Textur als Prestigelösung verkauft. Dieselben Salons, die 80 Euro für glattes Föhnen verlangten, verlangen jetzt 100 für „Lockenaktivierung". Derselbe Ansatz, neuer Preis.

Für die Balkan-Frau, die über Generationen zwischen „Ich muss es glätten" und „Ich bereue, es geglättet zu haben" pendelt, ist diese Saison ein verstecktes Geschenk. Nicht für glattes Föhnen und nicht für chemische Behandlungen - sondern für jene zwei bis drei Tropfen Serum, die jede Großmutter für ihr „ästhetisches Sonntagsritual" empfohlen hat. Locken sind Schönheit ohne Salonrechnung. Und das ist endlich wieder in Mode.