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Barigoule - ein französisches Artischockenrezept, das nicht mehr als Wein, Brühe und Zeit verlangt

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Barigoule ist ein französisches Artischockenrezept, das nicht modern, nicht trendy ist - und genau deshalb gut. Leise - 35 Minuten Schmoren in Wein, Brühe und Kräutern. Das Ergebnis - Artischocken so zart, dass man jedes Blatt essen kann, bis zum Herz. Ohne zu viel Gewürz, ohne zu viel Geld.

Für vier Portionen brauchst du: 8 Artischocken (mittelgroß, Saison), 1 Zwiebel, 2 Karotten, 2 Knoblauchzehen, 1 Lorbeerblatt, 2-3 Thymianzweige, 150 ml trockenen Weißwein, 200 ml Brühe (Gemüse oder Geflügel), Olivenöl, Salz, Pfeffer.

Zuerst - das Putzen der Artischocken. Entferne die harten äußeren Blätter, bis du zu den weichen, hellen kommst. Kürze den Stiel und schäle ihn leicht. Lege sie in Wasser mit ein paar Tropfen Zitronensaft, damit sie nicht braun werden, während du am Rest arbeitest.

Das Anschwitzen ist die Basis. Erhitze Olivenöl in einem breiten Topf bei mittlerer Hitze. Gib die Zwiebel in Streifen, die Karotten in Scheiben und den gehackten Knoblauch hinein. Lass sie 8-10 Minuten ziehen, bis sie weich werden und leicht karamellisieren - das ist die Grundfarbe und Süße des Gerichts.

Gib die Artischocken hinein. Lass das Wasser ab und stelle sie mit den Herzen nach oben in den Topf, damit sie das Öl und die Aromen aufnehmen. Übergieße sie mit dem Wein, erhöhe kurz die Hitze, lass den Alkohol 2-3 Minuten verkochen - das ist der Schritt, den viele auslassen, und genau er bringt die tiefen Aromen.

Mit Brühe ablöschen, Lorbeer, Thymian, Salz und Pfeffer dazu. Teilweise abdecken und bei sanfter Hitze 25-35 Minuten schmoren, bis die Artischocken so weich sind, dass das Messer ohne Widerstand hineingleitet. Wenn fertig, gib etwas rohes Olivenöl darüber, probiere und justiere mit Salz. Optional - frische Petersilie. Warm servieren, mit etwas Brot, um alles von der Flüssigkeit aufzunehmen.

Barigoule findest du in keinem Restaurant beim Manager-Lunch - es ist Familienessen, provenzalischer Klassiker, etwas, das man kocht, wenn man weiß, dass man Zeit hat, lange am Tisch zu sitzen. Der Wein im Rezept ist keine Deko - er ist eine wichtige Zutat. Mit billigem Kochwein bekommst du nicht denselben Effekt. Mit einem anständigen trockenen Weißen aus der Provence oder dem Loiretal - verstehst du, warum die Franzosen dieses Rezept mit Großbuchstaben schrieben.