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Engelsmarsch in Vinica - 43. Mal für die 63 Toten der Diskothek Puls, Organisatoren fordern echte Strafen, keine Bewährung

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Heute fand in Vinica der Engelsmarsch statt, der 43. in der Reihe und der erste in dieser Stadt - zu Ehren der 63 Opfer, die beim Brand in der Diskothek „Puls" in Kočani ums Leben kamen. Die Teilnehmer versammelten sich um 16:45 Uhr auf dem Platz „Angel Vinicki" und brachen um 17:05 zum Marsch auf.

Organisator ist die Bürgervereinigung „16. März 2025" - benannt nach dem Datum der Katastrophe. Der Marsch ist nicht nur ein Gedenken. Es ist eine politische Aussage: „Eine Bewährungsstrafe ist keine Gerechtigkeit für 63 verlorene Leben und Hunderte zerstörte Familien." Mit anderen Worten: Eltern, Freunde und Überlebende lehnen eine symbolische Bestrafung für das ab, was in jener Nacht geschah, in der 63 junge Menschen ihr Leben verloren.

Neben den Toten kämpfen über 500 Überlebende noch immer mit Trauma und Verletzungen. Das ist eine ganze Generation einer Stadt, in einer Nacht verloren. Zum Kontext: 63 ist fast das Doppelte der Jugendlichen, die am 50. Jahrestag der mazedonischen Unabhängigkeit ums Leben kamen - dennoch bleibt die politische Antwort, dies sei eine „Tragödie", keine „Verantwortung".

Der Balkan, ständig wegen Korruption und Machtmissbrauch angeklagt, hat jetzt seinen eigenen Test. Wer ist schuldig? Der Inhaber von „Puls" - vielleicht. Die kommunalen Beamten, die den aktiven Betrieb ohne Zertifikate erlaubten - vielleicht. Das Ministerium, das Genehmigungen ohne Kontrolle ausstellte - vielleicht. Die Polizei, die nicht reagierte - vielleicht. Doch all diese „Vielleichts" zusammen bedeuten nur dann etwas, wenn der Gerichtsprozess mit echten Strafen endet, nicht mit Bewährung. Genau das fordert der Engelsmarsch. Und das zu Recht.