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Eine Drohne mit Militärsprengstoff traf ein Flugzeug in Leipzig: Der Unterschied war, dass sie nicht detonierte

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Eine Drohne mit Militärsprengstoff traf ein Flugzeug in Leipzig: Der Unterschied war, dass sie nicht detonierte

Eine Drohne mit Militärsprengstoff traf am Flughafen Leipzig/Halle den Flügel eines ukrainischen Frachtflugzeugs. Der Sprengstoff detonierte nicht. Das ist der gesamte Unterschied zwischen einem Vorfall, über den einen Tag lang berichtet wird, und einer Katastrophe, über die jahrelang berichtet wird.

Aufnahmen der Überwachungskameras zeigten, dass die Drohne den Flügel tatsächlich traf. Der deutsche Abgeordnete Konstantin von Notz sagte, was alle dachten: „Das hätte eine totale Katastrophe werden können.“

Kein Einzelfall, sondern ein Muster

Deutsche Behörden und westliche Nachrichtendienstanalysten vermuten Russland hinter dem Angriff und sehen ihn als Teil einer größeren Sabotagekampagne in Europa, die die Unterstützung für die Ukraine untergraben soll. Ähnliche Vorfälle wurden in Italien, Bulgarien und Estland registriert - darunter mysteriöse Explosionen in Rüstungsfabriken.

Bulgarien steht auf dieser Liste. Das ist ein Nachbar, keine ferne Geografie, und die Munitionsfabriken dort gehören zur selben europäischen Lieferkette, die jemand systematisch angreift.

Wenn der Gegner die Schuld selbst ausspricht

Der russische Außenminister Sergej Lawrow kündigte „deutlich härtere Methoden“ gegenüber dem Westen an. Der russische Militäranalyst Alexander Stepanow schrieb die Angriffe auf europäische Munitionsfabriken offen der eigenen Seite zu.

Der Mann also, der das bestreiten müsste, bestätigt es. Und der deutsche Kanzler Friedrich Merz, der Russland benennen müsste, benennt es nicht. Merz räumte ein, der Vorfall stelle „eine neue Stufe der Gefahr“ dar, vermied es zunächst aber, Russland direkt als verantwortlich zu benennen.

Das brachte ihm Kritik von Sicherheitsexperten ein. Arndt Freytag von Loringhoven, früherer Vizepräsident des deutschen Auslandsnachrichtendienstes, formulierte das Problem präzise: Eine unklare Botschaft kann weitere russische Schritte begünstigen. Abschreckung funktioniert nur, wenn die andere Seite genau weiß, was folgt. Eine mehrdeutige Kanzler-Aussage schreckt niemanden ab - sie verschafft dem, der bereits das Terrain testet, nur Zeit.

Was das für uns bedeutet

Eine Drohne, die durch die Sicherheitsvorkehrungen eines großen europäischen Flughafens gelangt und ein Flugzeug erreicht, ist kein technologisches Wunder - sie ist eine Lücke im Schutzsystem, die die meisten Flughäfen des Kontinents teilen. Wenn Leipzig sie nicht verhindern konnte, bleibt die Frage, ob überhaupt jemand dieselbe Prüfung an den kleineren Flughäfen der Region vorgenommen hat.

Und eine zweite, unbequemere Frage: Wie lange kann ein Staat Schläge eines anderen Staates hinnehmen, sie als „Vorfälle“ registrieren und auf eine Definition warten, bevor er reagiert?