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Ein im 3D-Drucker gefertigtes Teil brachte den Drohnenfall nahe der Bundeswehr-Basis bis zur Bundesanwaltschaft

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Ein im 3D-Drucker gefertigtes Teil brachte den Drohnenfall nahe der Bundeswehr-Basis bis zur Bundesanwaltschaft

Eine auf einem Acker abgestürzte Drohne ist normalerweise eine Geschichte für eine Polizeinotiz und nicht mehr. Diese landete bei der Bundesanwaltschaft - und der Grund ist ein einziges Teil, gefertigt im 3D-Drucker.

Das Fluggerät wurde Anfang der Woche auf einem Feld östlich des Steinhuder Meers gefunden, unweit des Militärflugplatzes Wunstorf in Niedersachsen. Der Finder übergab es der Polizei, woraufhin umfangreiche Suchen in schwer zugänglichem Gelände begannen - nach den übrigen Teilen und nach Spuren, die verraten könnten, wer sie zusammengebaut und wer sie gesteuert hat.

Warum eine defekte Drohne plötzlich ein Bundesfall wurde

Nach NDR-Informationen aus deutschen Sicherheitskreisen könnte die Wunstorfer Drohne vom selben Modell sein wie eines der Geräte, die beim Angriffsversuch auf den Flughafen Leipzig/Halle Anfang August eingesetzt wurden. Damals handelte es sich um eine mit Sprengstoff beladene Drohne, gerichtet auf ein ukrainisches Transportflugzeug.

Die Aufmerksamkeit der Ermittler zog besonders ein im 3D-Drucker gefertigtes Teil auf sich. Dieselbe Komponente wurde auch an der Leipziger Drohne gefunden - und laut deutschen Quellen handelt es sich nicht um eine Konstruktion, die man einfach auf dem Markt kauft. Das ist der Unterschied zwischen einem Hobbyfluggerät und etwas, das jemand bewusst für eine bestimmte Aufgabe gebaut hat.

Die Drohne bei Wunstorf trug keine Sprengstoffspuren. Die Polizei sucht nun nach möglichen DNA-Spuren und anderen Beweisen dafür, wer sie zusammengebaut hat und warum sie in der Nähe einer der strategisch wichtigsten Einrichtungen der deutschen Luftwaffe endete. Die Bundesanwaltschaft hat den Fall übernommen, die Ermittlungen führt das Bundeskriminalamt.

Was genau in Wunstorf steht

Der Ort ist kein Zufall, und genau das beunruhigte die Dienste. Der Militärstützpunkt Wunstorf ist der zentrale Knoten des deutschen militärischen Lufttransports - dort ist die gesamte deutsche Flotte der großen Transportflugzeuge Airbus A400M stationiert. Die Bundeswehr nutzt sie für die Verlegung von Soldaten und Ausrüstung, für Frachttransporte, zur Luftbetankung und für medizinische Evakuierungen.

Deshalb versuchen die Ermittler festzustellen, ob die Drohne zufällig in dieses Gebiet geriet, ob sie zur Aufklärung des Stützpunkts diente oder ob ihr Flug einen ganz anderen Zweck hatte. Das Fluggerät wurde nicht im Gelände selbst gefunden, sondern in einiger Entfernung davon - was für sich genommen wenig bedeutet, denn eine Kamera muss nicht hineingehen, um zu sehen, was herausfliegt.

Von „keine Gefahr“ zur Bundesermittlung in wenigen Tagen

Zunächst betonte das Landeskriminalamt Niedersachsen, es gebe nicht genug Daten, um von einem Spionageversuch zu sprechen, und eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden. Die Entdeckung der Ähnlichkeiten mit dem Leipziger Fluggerät veränderte das Gewicht des Falls vollständig.

Das ist ein Muster, das man sich merken sollte: dasselbe Land, dasselbe Fluggerät, und die Einschätzung ändert sich danach, wie tief jemand zu graben beschloss. Wie viele ähnliche „harmlose“ Funde sind bisher in einer Schublade gelandet, weil niemand sie mit dem vorherigen verglichen hat?

Deutschland hat noch nicht mitgeteilt, wer hinter dem Flug steht. Doch wenn ein Land Bundesermittler wegen eines Plastikteils losschickt, dann nicht wegen des Plastiks - sondern weil es nicht weiß, wie oft das bereits geschehen ist, ohne dass es jemand bemerkt hat.