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Prilep: Prodanoski, Varns und sechs Themen in einer Stunde - ein Treffen fürs Foto, ein Dokument für die Akte

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Ein Treffen. Zwei Flaggen. Eine US-Botschafterin. Ein Bürgermeister. Und eine sehr lange Liste von Themen, "über die gesprochen wurde" - aber ohne eine einzige konkrete Vereinbarung, ein Dokument oder einen verbindlichen Beschluss.

Der Bürgermeister von Prilep, Dejan Prodanoski, empfing gestern die Geschäftsträgerin der USA, Nicole Varns, im Rahmen ihres Besuchs in der Stadt. Laut der offiziellen Mitteilung der Gemeinde waren die Themen: ein neuer Generalflächennutzungsplan (GUP), Bildung, Klostertourismus, Naturschönheiten, die Umgehungsstraßen "Ost" und "West", internationale Zusammenarbeit und - zum Abschluss - "bestätigt gute Kooperation und Partnerbeziehungen zwischen Mazedonien und den USA".

Sechs Themen in rund einer Stunde - weil sowohl die Botschafterin als auch der Bürgermeister andere Verpflichtungen haben. Was bedeutet, dass jedes Thema in zehn Minuten "abgearbeitet" wurde. Das ist ein Treffen fürs Foto, nicht für die Arbeit. Und das ist die völlig normale Realität der Diplomatie auf niedriger Ebene - die Frage ist nur, warum jedes solche Treffen als bedeutendes internationales Ereignis verkauft wird.

Prilep braucht tatsächlich einen neuen GUP - der aktuelle entspricht nicht mehr den territorialen, demografischen und infrastrukturellen Realitäten der "flächenmäßig größten Gemeinde des Landes". Prilep braucht auch Umgehungsstraßen - der Verkehr durchs Zentrum ist seit Jahrzehnten ein Problem. Doch dafür braucht es keinen US-Botschafter. Dafür braucht es, dass die Gemeinde den Prozess abschließt, Mittel sichert und baut. Was soll die Botschafterin konkret beitragen?

Die Antwort steht nicht in der Mitteilung, weil in Mitteilungen solcher Treffen nie etwas Konkretes steht. Das ist das Genre: allgemeine Themen, gute Absichten, bestätigte Zusammenarbeit. Die Bürger von Prilep haben nach diesem Treffen genau so viel Umgehung, so viel neuen GUP, so viele neue Arbeitsplätze wie vorher: nichts. Aber wir haben ein Foto, wir haben Flaggen, wir haben ein "bedeutendes internationales Thema" in der Mitteilung der Gemeinde.