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Der Pilot, der das Flugzeug nach Tel Aviv zum Absturz bringen wollte: Eine omanische Airline zog ihn wegen Radikalismus aus dem Cockpit, Flydubai stellte ihn ein

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Der Pilot, der das Flugzeug nach Tel Aviv zum Absturz bringen wollte: Eine omanische Airline zog ihn wegen Radikalismus aus dem Cockpit, Flydubai stellte ihn ein

Der Mann, der am Mittwoch versuchte, die Flydubai-Maschine von Dubai nach Tel Aviv zum Absturz zu bringen, war kein unbekannter Fall. Omans nationale Airline Oman Air nahm ihn schon letztes Jahr wegen seiner extremistischen Ansichten aus dem Flugdienst, sagen zwei informierte Quellen. Danach flog er für Royal Air Maroc, bei Flydubai arbeitete er erst acht Monate.

Es handelt sich um Hamam al-Hamami, omanischer Staatsbürger, geboren in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Sohn eines omanischen Vaters und einer syrischen Mutter. Auf seinem LinkedIn-Profil stand, er habe sieben Jahre für Oman Air gearbeitet, die er im Februar 2025 verließ, und sei dann von Juni 2025 bis Januar 2026 für die marokkanische Airline geflogen. Ein Diplomat aus der Region sagt, bei Oman Air sei er genau wegen seiner radikalen Ansichten von der Flugausbildung suspendiert und auf eine andere Stelle versetzt worden.

Zwei Minuten, fünftausend Meter

Im Cockpit griff al-Hamami den anderen Piloten, den Inder Smit Machar, mit einem Messer an und versuchte, das Flugzeug mit mehr als 170 Passagieren, überwiegend Israelis, abstürzen zu lassen. In nur zwei Minuten sank die Maschine abrupt um mehr als fünftausend Meter, die Crew setzte einen internationalen Entführungscode ab. Der schwer verletzte Pilot wehrte sich, und Passagiere und Kabinenpersonal schafften es ins Cockpit, überwältigten den Angreifer und fesselten ihn mit Kabeln und Kabelbindern.

Gerettet wurde das Flugzeug von zwei Piloten, die nur an Bord waren, weil sie die Maschine von Tel Aviv zurück nach Dubai fliegen sollten. „Sie haben nicht auf jedem Flug zwei zusätzliche Piloten dabei“, erzählte Passagier Daniel Schlichter. Einer von ihnen sprang buchstäblich über die Leute, die den Angreifer festhielten, ging ins Cockpit und übernahm die Steuerung, danach kam der zweite dazu. Sie brauchten vielleicht zehn Minuten oder länger, um das Flugzeug zu stabilisieren. Etwa 45 Minuten später kündigten sie die Landung in Tabuk in Saudi-Arabien an. Drei Tage später sind ihre Namen immer noch nicht veröffentlicht.

Al-Qaida auf LinkedIn

Neun Stunden nach dem Angriff erschienen auf seinem LinkedIn-Profil zwei Beiträge. Im ersten waren Aufnahmen aus dem Cockpit einer Boeing 737 Max - dasselbe Modell wie die in Tabuk gelandete Maschine -, darunter eine Szene vom Flughafen Dubai, in der die Kamera auf ein Flugzeug der israelischen El Al zoomt. Das Video endet mit Fotos von Aiman al-Sawahiri, der nach der Tötung Osama bin Ladens die Führung von al-Qaida übernahm, und von Humam Khalil Abu-Mulal al-Balawi, dem Selbstmordattentäter, der 2009 neun Menschen tötete, darunter sieben CIA-Mitarbeiter und -Auftragnehmer. Unklar ist noch, wer sie veröffentlichte und ob sie vorab geplant waren. Das Profil wurde danach gelöscht.

Eine Analyse von fast 3.000 gelöschten Beiträgen auf seinem X-Profil aus den Jahren 2021 und 2022 zeigte einen Mann mit tief verwurzelten religiösen und ausgeprägt frauenfeindlichen Überzeugungen. Er schrieb, seine Mutter habe lange eine Frau für ihn gesucht, die bereit sei, den Niqab zu tragen und nach der Hochzeit nicht mehr zu arbeiten. „Alle lehnten der Reihe nach ab. Und dann sagte meine Mutter ihnen, dass ihr Sohn Pilot ist - und plötzlich waren alle einverstanden“, schrieb er im Februar 2022.

Wer prüft, wer im Cockpit sitzt?

Israels Premier Benjamin Netanjahu sagte, man gehe davon aus, dass der Verdächtige eine „radikal-islamistische Indoktrination“ durchlaufen habe. Schin Bet, Mossad, Armee und Verkehrsministerium untersuchen, wie ein Staatsbürger Omans, eines Landes, das Israel gar nicht anerkennt, trotz der strengen israelischen Sicherheitsmaßnahmen im Luftverkehr in die Crew eines Fluges nach Tel Aviv gelangte. Der Generalstaatsanwalt der Emirate leitete Ermittlungen ein, ob der Angriff terroristisch motiviert und vorab geplant war. Flydubai gibt keine Kommentare ab, „solange die offizielle Untersuchung läuft“.

Suspendiert wegen Radikalismus bei einer Airline, dann Jobs bei zwei weiteren - und der Mann saß wieder am Steuer eines Passagierflugzeugs. Wenn das System zur Überprüfung von Piloten das nicht erkennt, was erkennt es dann? Und wie oft müssen sich Passagiere noch auf das Glück verlassen, dass zufällig zwei Piloten auf demselben Flug sitzen?