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Genfersee: die Burg, die über dem Wasser schwebt, und sechs weitere Gründe, nicht zu hetzen

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Genfersee: die Burg, die über dem Wasser schwebt, und sechs weitere Gründe, nicht zu hetzen

Es gibt Seen, die man anschaut, und es gibt Seen, an denen man ein ganzes Leben verbringt und sie doch nicht ausschöpft. Der Genfersee - oder Léman, wie man ihn dort nennt - gehört zur zweiten Sorte. Der größte Alpensee Westeuropas, 73 Kilometer lang, mit einem Ufer in der Schweiz und dem anderen in Frankreich. Und auf jedem Kilometer etwas, für das sich ein Halt lohnt.

Genf ist die erste Station - die internationalste Stadt des Landes, Sitz des europäischen Teils der UNO. Sie hat einen charmanten alten Kern, Uferpromenaden, eine Uhrmachertradition und den Jet d'Eau - die höchste Wasserfontäne Europas. Wer den Blick über alles will, fährt mit der Seilbahn auf den Berg Salève.

Von dort führt das Ufer nach Lausanne, einer Stadt mit der größten gotischen Kathedrale der Schweiz, aber auch mit dem Olympischen Museum und dem Rolex Learning Center - einem Gebäude, das die Einheimischen zu den Meisterwerken der zeitgenössischen Architektur zählen. Zwischen Lausanne und Vevey erstrecken sich die Weinberge des Lavaux, Terrassen, die in die Hänge über dem See gegraben sind, von der UNESCO geschützt, wo Familienweingüter Verkostungen von Chasselas mit Blick auf die Alpen anbieten.

Vevey ist still, elegant und voller unerwarteter Details - eine riesige Gabel, die aus dem Wasser ragt, ein Denkmal für Charlie Chaplin, der die letzten 25 Jahre seines Lebens genau hier verbrachte. Montreux wiederum ist die Stadt der berühmten Gäste: Vladimir Nabokov lebte siebzehn Jahre im legendären Hotel am Ufer, Freddie Mercury fand mit Queen einen schöpferischen Zufluchtsort, und seine Statue blickt bis heute auf den See. Jeden Sommer findet hier das berühmte Jazzfestival statt.

Das meistfotografierte Bild des ganzen Sees ist dennoch Schloss Chillon - eine mittelalterliche Festung auf einem felsigen Inselchen, die aussieht, als schwebe sie über dem Wasser, nur drei Kilometer von Montreux entfernt. Die Herzöge von Savoyen errichteten es im 13. Jahrhundert, und seine Schönheit inspirierte sowohl Rousseau als auch Lord Byron. Im Inneren - 25 Bauten, drei Höfe und zwei Wehrmauern, durch die der Besuch von den Verliesen bis zu den Wachtürmen führt.

Und wer den See auf die französische Seite überqueren will, den erwarten Évian-les-Bains, ein eleganter Kurort mit Belle-Époque-Charme und der Quelle, die sein Mineralwasser weltberühmt machte, und Yvoire - ein mittelalterliches, ummauertes Dorf aus Steinhäusern, bedeckt mit Blumen, ausgezeichnet als eines der schönsten Frankreichs. Von Genf dorthin - eine halbe Stunde. Von der Ansichtskarte bis zur echten Stadt, in der man bleiben möchte - noch weniger.