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Mazedonien tritt dem Vertikalen Gaskorridor bei: ein Schritt weg von der Abhängigkeit von einer einzigen Lieferroute

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Mazedonien tritt dem Vertikalen Gaskorridor bei: ein Schritt weg von der Abhängigkeit von einer einzigen Lieferroute

Wenn wir über Energiesicherheit reden, denken wir meist an Strom und Rechnungen. Doch hinter den Kulissen läuft ein leiserer, aber nicht weniger wichtiger Kampf: um das Gas und um die Wege, aus denen es kommt. Mazedonien saß über NOMAGAS AD Skopje zum ersten Mal am Tisch der Betreiber im Rahmen des erweiterten Vertikalen Gaskorridors, bei einem Treffen am 10. Juli in Athen. Zusammen mit dem serbischen Transportgas Srbija ist der Westbalkan offiziell in diese regionale Geschichte eingetreten.

Der Vertikale Korridor ist keine einzelne Gasleitung, sondern eine regionale Plattform, die die bestehenden und künftigen nationalen Gassysteme, Interkonnektoren und Terminals verbindet. Das Ziel ist klar: Diversifizierung der Quellen, mehr Lieferwege und weniger Abhängigkeit von einem einzigen Einspeisepunkt. Und genau die Abhängigkeit von einer Route hat die ganze Region in den letzten Jahren auf die harte Tour gelernt.

Am Tisch in Athen saßen die Betreiber aus Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Moldawien, Ungarn, der Slowakei und der Ukraine - DESFA, Bulgartransgaz, Transgaz, FGSZ, EUSTREAM und andere, vertreten durch ihre Geschäftsführer. An einem Teil des Treffens nahmen auch der griechische Energieminister Stavros Papastavrou und die bulgarische Ministerin Iva Petrova teil, die dem Beitritt Mazedoniens und Serbiens zur regionalen Energiearchitektur politischen Rückhalt gaben.

„Für uns bedeutet das eine rechtzeitige Abstimmung der Entwicklung unseres heimischen Systems mit den Interkonnektoren nach Griechenland und Serbien und die Schaffung der Voraussetzungen für den Zugang zu mehr Quellen und mehr Lieferwegen”, sagte NOMAGAS-Geschäftsführer Nedim Rama. Für Mazedonien ist der Beitritt eng mit dem Bau des Gasinterkonnektors mit Griechenland und den Vorbereitungen für die Anbindung an Serbien verknüpft - Projekte, von denen abhängt, wie sicher das Land künftig mit Gas versorgt wird.

Die wichtigste Frage bleibt - jene, die stets ein Treffen von einem Ergebnis trennt. Der Beitritt zum Korridor ist ein guter und nötiger Schritt, aber bislang genau das - ein Schritt. Der Interkonnektor mit Griechenland wird seit Jahren erwähnt und ist noch immer nicht fertig. Ob diesmal der politische Rückhalt aus Athen und Sofia sowie die noch zu bildende technische Arbeitsgruppe den Plan in eine Röhre verwandeln, durch die tatsächlich Gas fließt - das zeigen die kommenden Monate, nicht die Pressemitteilungen.