Prozess um die „Lotterie“: 231 Beweise, aber bisher keine einzige Nachricht zwischen Grubi und Bajrami
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Der Skopjer Bürgermeister Orce Gjorgjievski veröffentlichte in sozialen Netzwerken eine Botschaft an die Bürger: „Die Sorge um Skopje kennt keine Pausen, keine Feiertage und keine verlängerten Wochenenden. Nur mit gemeinsamer Verantwortung können wir es sauber und gepflegt halten. Lasst uns die Stadt schön bewahren!“
Die SDSM reagierte mit einer Erklärung, in der sie diesen Aufruf als Eingeständnis von Unfähigkeit bewertete. „Wenn der Bürgermeister die Bürger zum Putzen aufruft, ist das ein Eingeständnis, dass er selbst es nicht kann“, heißt es von der Oppositionspartei, die ihn „Drohnen-Bürgermeister“ nennt und fragt, wie viel er für die KI-Lösung für die Stadt Skopje bezahlt habe.
Die Rhetorik ist bekannt. Die Fragen sind konkret.
Die SDSM behauptet, die Formulierung sei von Ministerpräsident Hristijan Mickoski übernommen und Funktionäre der VMRO-DPMNE schickten statt konkreter Lösungen Botschaften, um Unfähigkeit zu verdecken. Das ist eine Parteireplik und liest sich auch so.
Doch in derselben Erklärung stehen drei Dinge, die keine Rhetorik sind. Erstens: Die Müllprobleme der Hauptstadt sind weiterhin ungelöst. Zweitens: Für die Verschmutzung der Flüsse Lepenec und Vardar wurde keine Verantwortung festgestellt. Drittens: Es ist nicht bekannt, wie viel für die KI-Beschaffung der Stadt Skopje gezahlt wurde, wie die Firma ausgewählt wurde und ob es eine Verbindung zum Bürgermeister gibt.
Von diesen dreien ist die Rhetorik am wenigsten interessant. Am interessantesten ist der dritte Punkt - weil er überprüfbar ist und die Antwort nur einen Antrag auf Informationsfreiheit entfernt liegt. Eine Beschaffung ist eine Beschaffung. Sie hat Unterlagen, einen Wert, ein Auswahlverfahren. Entweder wird sie veröffentlicht, oder die Frage bleibt in der Luft hängen - samt aller Schlüsse, die der Leser selbst hinzufügt.
Wo die „gemeinsame Verantwortung“ endet
Der Appell des Bürgermeisters ist für sich genommen nicht strittig. Kein vernünftiger Mensch behauptet, Bürger sollten Müll auf die Straße werfen. Das Problem solcher Botschaften ist die Grenze: Gemeinsame Verantwortung heißt, der Bürger wirft nichts weg und der kommunale Betrieb sammelt ein. Das ist nicht dieselbe Art von Verantwortung und wird nicht aus derselben Quelle finanziert.
Der Appell kommt in Feiertagen, in denen die kommunalen Dienste ihre regulären Pflichten im Feld erfüllen. Werden diese Pflichten ordentlich erfüllt, ist der Appell eine schöne Botschaft. Werden sie es nicht, wendet sich der Appell an die Bürger wegen eines Problems, das nicht ihres ist.
Der Unterschied zwischen beiden Versionen ist nicht politisch. Er misst sich in Tonnen eingesammelten Mülls pro Viertel und in den Daten, an denen ein Container zuletzt geleert wurde. Das sind Zahlen, die die Stadt Skopje hat.
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