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Zehneinhalb Jahre Gefängnis erwarten Gruevski: Magyar kündigt Ende des Asyls an, Mickoski sagt "Wenn er kommt, geht er ins Gefängnis"

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Peter Magyar kündigte an, dass Ungarn nicht länger als Zufluchtsort für internationale Justizflüchtlinge dienen wird. Nikola Gruevski, der Mann, der im November 2018 aus Mazedonien floh, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, hat plötzlich nirgendwo hin.

Das Grundlegende Strafgericht in Skopje gab bekannt, dass gegen Gruevski zwei rechtskräftige Vollstreckungsbefehle aktiv sind: anderthalb Jahre für "Gewalt im Zentrum" (verjährt September 2027) und neun Jahre für "Grundstücke auf dem Vodno" (verjährt erst 2043). Insgesamt: zehneinhalb Jahre hinter Gittern.

Zwei Verfahren noch offen

Neben den rechtskräftigen Urteilen bleiben zwei Verfahren aktiv: "Titanic" und "Talir 2". Letzteres verjährt bereits im August 2026 - in wenigen Monaten. Das "Tank"-Verfahren von 2018 verjährte bereits im Oktober 2024. Gerechtigkeit hat offenbar ein Verfallsdatum - und es läuft langsam ab.

Mickoski: "Wenn er kommt, geht er ins Gefängnis"

Premierminister Hristijan Mickoski erklärte, er habe keine Erwartungen bezüglich Gruevskis Rückkehr. "Ich habe keine Erwartungen, aber wenn er in Mazedonien auftaucht, gibt es ein rechtskräftiges Urteil", sagte er. "Sobald er auftaucht, werden die Strafverfolgungsbehörden ihn natürlich sichern und zur Verbüßung seiner Haftstrafe überführen." Der Auslieferungsantrag von 2018 wurde von den ungarischen Behörden 2019 abgelehnt.

Oppositionsführer Venko Filipče forderte Justizminister Igor Filkov auf, sofort einen neuen Auslieferungsantrag zu stellen. Das Justizministerium kündigte an, alle Akten von Gericht und Staatsanwaltschaft anzufordern.

Wer macht den ersten Zug?

Deutsche Medien bewerten Orbans Niederlage als schlechte Nachricht für Vučić, Dodik - und für Mickoski. Orbans Schutzschirm über dem Balkan schließt sich. Die Frage ist, ob Mazedonien tatsächlich die Auslieferung beantragt oder ob dies nur ein weiteres politisches Theater ist, bei dem alle wissen, dass der Vorhang nie fallen wird.

Gruevski hat auch eine Firma in Ungarn. Wird er nach Russland fliehen oder abwarten? Zehneinhalb Jahre Gefängnis sind nicht leicht zu vergessen - und nicht leicht zweimal zu entfliehen.