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Popcorn als gesunder Snack: 30 Kalorien pro Tasse oder 1.000 im Kino - dasselbe Korn, zwei verschiedene Produkte

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Popcorn hat einen schlechten Ruf. Im Kino - in Butter, Zucker und Salz ertraenkt. In Supermaerkten - Mikrowellenbeutel voller Konservierungsstoffe und Aromen. Die Nachricht, dass Ernaehrungsexperten Popcorn als Teil ausgewogener Ernaehrung empfehlen, klingt deshalb fast wie eine Provokation. Liest man genauer - geht es nicht darum, ob Popcorn gesund ist, sondern wie es zubereitet wird.

Selena Sains vom spanischen Zentrum „Naturae Nutrición" erklaert, dass der Schluessel nicht im Popcorn selbst liegt, sondern im Kontext. Popcorn mit Luft gepoppt, ohne Oel und ohne Zucker - hat etwa 30 Kalorien pro Tasse. Eine normale Portion von drei Tassen - 100 bis 150 Kalorien. Dasselbe Popcorn im Kino, in Butter ertraenkt - kann 1.000 Kalorien ueberschreiten. Dasselbe Korn, zwei voellig verschiedene Produkte.

Was Popcorn tatsaechlich hat, und was zu erwarten nicht laecherlich waere: Polyphenole, Ferulasaeure, Vitamin E. Antioxidantien, die gegen oxidativen Stress und Entzuendungen helfen. Wegen des niedrigen Wassergehalts sind diese Konzentrationen in Popcorn sogar hoeher als in vielen Obst- oder Gemuesesorten. Die Ernaehrungsexperten sagen nicht, dass man Obst ersetzen soll - sie sagen, wenn man etwas isst, das kein Obst ist, ist Popcorn eine bessere Wahl als Chips.

Der zweite Punkt, auf dem die Experten beharren, ist der Gehalt an unloeslichen Ballaststoffen. Sie regen die Darmtaetigkeit an und koennen bei ausgewogener Ernaehrung mit Blick auf Blutzucker- und Cholesterinwerte helfen. Es gibt aber auch eine Falle: Menschen mit empfindlichem Verdauungssystem empfinden Popcorn manchmal als schwer. Der Rat der Ernaehrungsexperten ist einfach - mit einer kleinen Menge anfangen und beobachten, wie der Koerper reagiert.

Wer es zu Hause machen will, hat ein simples Rezept: 25 bis 50 Gramm rohes Korn ergeben drei bis vier Tassen fertiges Popcorn. Ohne Oel - am leichtesten. Mit etwas Olivenoel - schmackhafter und saettigender. Die Schlacht ist nicht mit dem Rezept, sondern mit der Industrie. Mikrowellenversionen enthalten meist raffinierte Oele, viel Salz und Aromen. Dasselbe Produkt, anderes Ergebnis.

Auf dem Balkan wurde Popcorn nie als gesunde Wahl gesehen - einfach als Kindheitssnack, etwas zum Filmschauen oder zum Sitzen im Park. Das ist vielleicht ein besserer Zugang als der der Kollegen, die es heute als „Superfood" vermarkten. Popcorn heilt nichts. Aber in einer Kultur, in der die populaerstem Snacks Chips, hausgemachtes Letscho und allzu suesse Mehlspeisen sind, ist ein bisschen Faser und ein paar Antioxidantien wohl keine verlorene Zeit.