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König Harald liegt seit acht Tagen im Krankenhaus, und ein seit Jahrzehnten schweigender Hof nennt die Diagnose

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König Harald liegt seit acht Tagen im Krankenhaus, und ein seit Jahrzehnten schweigender Hof nennt die Diagnose

König Harald V. liegt seit dem 17. August im Krankenhaus, über das Wochenende verschlechterte sich sein Zustand. Der norwegische Hof teilte mit, es handle sich um eine bakterielle Blutstrominfektion und der König erhalte Antibiotika. Wenn eine Hofkanzlei, die seit Jahrzehnten nur Pflichtmitteilungen herausgibt, mitten am Wochenende plötzlich eine neue veröffentlicht, ist das selbst schon eine Information.

Harald ist 89 und Europas ältester regierender Monarch. Ins Osloer Rikshospitalet kam er nicht wegen eines einzelnen Befunds, sondern wegen einer Häufung: Kürzlich wurde bei ihm eine hämolytische Anämie diagnostiziert, ein Zustand, bei dem rote Blutkörperchen kürzer leben als sie sollten. In den vergangenen Wochen erhält er Kortison, und Flüssigkeitsansammlungen im Körper sind der Grund, warum sich der Aufenthalt hinzieht.

Es ist nicht das erste Mal. Im Februar 2024 landete der König in einem Krankenhaus in Malaysia, wo ihm ein temporärer Herzschrittmacher eingesetzt wurde, und im Februar dieses Jahres wurde er auf Teneriffa wegen einer Infektion und Dehydrierung stationär behandelt. Drei Episoden in zwei Jahren sind ein Rhythmus, den der Hof als Reihe einzelner Vorfälle meldet - und den jeder, der einen alten Menschen zu Hause hat, anders liest.

Wer ins Krankenhaus kommt, sagt mehr als die Mitteilung

Durch das Zimmer gingen Königin Sonja, Kronprinz Haakon mit Mette-Marit, die 22-jährige Prinzessin Ingrid Alexandra und der 20-jährige Prinz Sverre Magnus. Auch Prinzessin Astrid kam, die 94-jährige Schwester des Königs. Am auffälligsten war jedoch die Anwesenheit von Prinzessin Märtha Louise mit ihrem Mann Durek Verrett, dem Mann, den die norwegische Presse seit Jahren als Thema ausgeschlachtet hat. Wenn eine Familie mit eigenen offenen Fronten sich an derselben Tür versammelt, tut sie das nicht für Fotografen.

Der norwegische Hof verfolgt seit Jahren eine Politik minimaler Offenlegung zur Gesundheit des Königs, und Harald hat wiederholt eine Abdankung abgelehnt, trotz Rufen, dass Haakon die Arbeit längst erledigt. Diese Entscheidung hat ihren Preis: Jede Verschlechterung wird zur nationalen Nachricht statt zu einem Verwaltungsvorgang.

Das norwegische Monarchiemodell ruht genau auf diesem Vertrauen - dass der Hof genug sagt, damit nicht spekuliert wird. Eine Mitteilung, die eine konkrete Diagnose, eine konkrete Behandlung und ein konkretes Krankenhaus nennt, ist in Königshäusern eine Seltenheit. Die verbleibende Frage ist nicht medizinisch, sondern institutionell: Wie lange kann ein Staat warten, dass ein Mensch gesund wird, um sein Amt auszuüben?