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Kohl vor dem Verladen in Formaldehyd getaucht: China ordnet Ermittlungen an, nachdem ein Blogger es filmte

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Kohl vor dem Verladen in Formaldehyd getaucht: China ordnet Ermittlungen an, nachdem ein Blogger es filmte

Der Clip dauert wenige Sekunden und braucht keine Erklärung: Menschen tauchen Kohlköpfe in eine Lösung und verladen sie dann auf Lastwagen. Ein Umweltblogger veröffentlichte ihn vergangene Woche, und die Behörden der nordöstlichen Provinz Hebei bestätigten die Echtheit. Die Lösung enthielt der Meldung zufolge Formaldehyd - eine Chemikalie, die in China zur Konservierung von Lebensmitteln streng verboten ist und als möglicherweise krebserregend gilt.

Die Polizei habe Maßnahmen gegen die Beteiligten ergriffen, meldeten staatliche Medien. Die Kreisverwaltung von Kangbao gab einen Satz heraus, der für solche Lagen fast universell ist: „Gegen alle illegalen oder nicht regelkonformen Aktivitäten werden strenge rechtliche Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Gemüseversorgung zu gewährleisten.“ Parallel laufen landesweit außerordentliche Kontrollen, und die Ermittlung soll klären, wie verbreitet die Praxis ist, und die belasteten Mengen aus dem Verkehr ziehen.

Das Problem hört an der Grenze nicht auf

Das ist keine lokale Nachricht. China erzeugt jährlich über 30 Millionen Tonnen Kohl - rund die Hälfte der Weltproduktion - und exportiert erhebliche Mengen in benachbarte asiatische Länder, darunter Vietnam, Südkorea und Russland. Der Xinfadi-Markt in Peking teilte mit, er habe die Herkunft seines Kohls überprüft und es seien keine belasteten Mengen bei ihm angekommen.

Man beachte den Aufbau der Reaktion: zuerst das Video eines Bloggers, dann die Bestätigung der Behörden, dann der Versuch, Panik zu verhindern. Die Institutionen haben das Problem nicht entdeckt - sie haben es entdeckt, nachdem jemand es gefilmt hatte. Dieses Muster ist keine chinesische Spezialität.

Die Frage, die für den Leser hier bleibt, ist konkreter. Importiertes Gemüse durchläuft eine Kontrolle - die Agentur für Lebensmittel und Veterinärwesen nimmt die Proben und veröffentlicht die Ergebnisse. Wie viele Proben wurden dieses Jahr genommen, worauf wurde getestet und wo wurden die Befunde veröffentlicht? Das sind Daten, für die es keinen Blogger mit Handy braucht, sondern nur eine Institution, die die Arbeit macht, für die sie gegründet wurde.