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Weidel sprach den Plan laut aus: Euro-Austritt und Ende von Schengen, und die AfD liegt schon vor der CDU

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Weidel sprach den Plan laut aus: Euro-Austritt und Ende von Schengen, und die AfD liegt schon vor der CDU

Alice Weidel hielt nichts zurück. Im Sommerinterview des deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehens legte die AfD-Chefin den Plan ohne jede Abschwächung dar: Austritt aus dem Euro, geschlossene Grenzen, Ausstieg aus Schengen. Drei Sätze, die die gesamte Architektur des europäischen Projekts zerlegen, an der Deutschland siebzig Jahre gebaut hat.

Zur Währung behauptet sie, „Deutschland ging es vor der Einführung des Euro deutlich besser“ - die Gemeinschaftswährung habe die deutsche Wirtschaft geschwächt und das Vermögen der Haushalte verringert. Zu den Grenzen war sie noch kürzer: „Wir werden sie schließen und aus Schengen austreten.“ Dazu Massenabschiebungen, strengere Einbürgerungsregeln und die Abschaffung des Asylschutzes für Syrer.

Das ist keine Randpartei, die aus der letzten Reihe ruft. Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September liegt die AfD bei über 40 Prozent. Bundesweit steht sie bei 27 Prozent - fünf Punkte vor der CDU von Friedrich Merz, die bei 22 liegt. Weidel sagte auch den Teil, der am meisten schmerzt: „Wir werden in den ersten Bundesländern regieren. Und wir werden auf Bundesebene regieren.“

Wer die Tür geöffnet hat

Die Partei, die 2013 als akademische, euroskeptische Initiative gegen die Griechenland-Rettung startete, ist heute eine nationalistische Kraft am rechten Rand. Zwischen diesen beiden Punkten liegt ein Jahrzehnt, in dem die Mainstream-Parteien an der Boykottstrategie festhielten - keine Zusammenarbeit, kein Gespräch, eine Mauer. Das Ergebnis dieser Mauer ist eine Partei bei 27 Prozent.

Für Mazedonien ist das kein fernes deutsches Thema. Schengen ist für niemanden eine Abstraktion, der schon an einem Grenzübergang gewartet hat, und der Euro ist die Währung, in der sowohl die Löhne derer, die im Ausland arbeiten, als auch die Preise zu Hause gerechnet werden. Wenn die zweitgrößte Partei in der größten Volkswirtschaft der EU offen sagt, sie wolle beides auseinandernehmen, ist die Frage nicht, ob das morgen passiert - die Frage ist, was von dem Versprechen bleibt, auf das wir seit zwanzig Jahren warten.

Weidel ist Ökonomin, ehemalige Goldman-Sachs-Mitarbeiterin, spricht Mandarin. Sie ist keine Straßenfigur, und genau das ist der Punkt: Ihre Stimmen kommen nicht vom Rand, sondern von Wählern, die finden, dass der Mainstream ihnen nicht zuhört. Bekannte Szene?