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Janevska sagt, am Lehrplan zur Sexualerziehung sei nichts strittig - an demselben Lehrplan, den sie zurückgezogen hat

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Janevska sagt, am Lehrplan zur Sexualerziehung sei nichts strittig - an demselben Lehrplan, den sie zurückgezogen hat

Bildungsministerin Vesna Janevska sagt, sie habe den Lehrplan zur umfassenden Sexualerziehung persönlich gelesen und finde daran nichts Strittiges. Derselbe Lehrplan wurde vergangene Woche nach öffentlichen Reaktionen aus den weiterführenden Schulen zurückgezogen, und auf ihren Wunsch wird das Büro für Bildungsentwicklung eine detaillierte Überprüfung vornehmen.

Beide Sätze stammen aus derselben Erklärung und widersprechen sich. Wenn am Lehrplan nichts strittig ist - was genau überprüft das Büro dann?

Das Argument der Ministerin

Janevska erklärt, Sexualerziehung werde in Mazedonien gebraucht und beim Wissen über Schutz werde es keinen Kompromiss geben. „Die Schüler sollen lernen, wie sie sich vor sexueller Aggression, sexuell übertragbaren Infektionen und ungewollter Schwangerschaft schützen“, sagte sie.

Als Beleg nennt sie Daten zu Online-Belästigung, sexuell übertragbaren Infektionen und Teenagerschwangerschaften. Und sie fügt hinzu, Moral und Ethik stünden nicht im Widerspruch zu dem Wissen, das Kinder für eine gesunde Entwicklung brauchen.

Das ist die Position einer Ministerin, die den Lehrplan verteidigt. Das Problem: Dieselbe Ministerin hat ihn zurückgezogen.

Wer den Rückzug forderte - und wer den Rücktritt fordert

Einen offenen Kritikbrief schrieb Bischof Jakov von Stobi von der Mazedonischen Orthodoxen Kirche. Er beanstandete die Darstellung von Geschlechtsidentität und reproduktiven Rechten und warf dem Lehrplan vor, den Schülern ein vorgefertigtes Wertesystem aufzudrängen.

Aus der Gegenrichtung behauptet die „Elternfront“, das Fach sei überhaupt nicht zurückgezogen worden, und fordert Janevskas Rücktritt. Die eine Seite hält den Rückzug also für zu spät und zu wenig, die andere für gar nicht geschehen.

Die Nichtregierungsorganisation HERA erwiderte, die Sorge gehöre auf die wachsende Zahl von Gewalt- und Belästigungsfällen gerichtet, nicht auf den Lehrplan selbst.

Ein Wahlfach, das niemand belegen muss

Das entscheidende Detail, das in der Debatte untergeht: Es handelt sich um ein Wahlfach. Kein Schüler muss es besuchen, kein Elternteil muss zustimmen. Zurückgezogen und überprüft wird ein Lehrplan für etwas, das per Definition auf Freiwilligkeit beruht.

Das Ministerium teilte mit, es verfolge die Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Diesen Satz sollte man zweimal lesen. Ein von Fachleuten erarbeiteter Lehrplan wird zurückgezogen, während das Ministerium die Kommentare beobachtet - und dann erklärt dasselbe Ministerium, es sei nichts Strittiges daran.

Die Überprüfung wird zeigen, ob Änderungen nötig sind, bevor das Fach als Wahlfach zurückkehrt. Bis dahin wartet der betroffene Jahrgang - nicht auf das Ergebnis einer fachlichen Analyse, sondern auf den Ausgang einer Debatte, die im Internet begonnen hat.